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Angoulême 2006
Troll

Direkt vor dem Rathaus wacht Hebus, der wilde und von Fliegen heiß geliebte Troll aus "Lanfeust von Troy" von Jean-Louis Mourier und Scotch Arleston.

Weitere Preise

Preis für Kulturgut

"Locas, Volume 1: Un livre de la série »Love and rockets«", Jaime Hernandez, Le Seuil

Nominiert waren des Weiteren:

  • "Comment décoder l'etircopyh", Jean-Claude Forest, L'Association
  • "Snoopy et les Peanuts", Charles M. Schulz, Dargaud
  • "Popeye", E. C. Segar, Denoël Graphic
  • "Polly and her Pals", Cliff Sterrett, Éditions de l'an 2
  • "Prince Norman", Osamu Tezuka, Cornélius
  • "L'École emportée", Kazuo Umezu, Glénat
Bester Jugendcomic (für 9- bis 12-Jährige)

"Sillage, Tome 8: Nature humaine", Philippe Buchet/Jean-David Morvan

Nominiert waren des Weiteren:

  • "Nävis, Tome 2", Munuera/Morvan/Buchet, Delcourt
  • "Kid Paddle, Tome 10", Midam, Dupuis
  • "L'enfant de l'orage, Tome 2", Bichebois/Poli, Les Humanoïdes Associés
  • "Les naufragés d'Ythag", Floch/Arleston, Soleil
Bester Jugendcomic (für 7- bis 8-Jährige)

"Yakari, Tome 31: Yakari et les Appaloosas", Derib/Job

Publikumspreis

"Les mauvaises gens", Étienne Davodeau, Delcourt

Nominiert waren des Weiteren:

  • "Cour royale", Rochette/Veyron, Albin Michel
  • "Terre de rêves", Jirô Taniguchi, Casterman
  • "Blacksad, Tome 3", Diaz Canales/Guarnido, Dargaud
  • "Le chat du Rabbin, Tome 4", Joann Sfar, Poisson Pilote
  • "Nana", Ai Yazawa, Delcourt
  • "Sam & Twitch", Marc Andreyko/Paul Lee, Delcourt
  • "L'aigle sans orteils", Lax, Dupuis
  • "Largo Winch, Tome 13", Philippe Francq/Jean van Hamme, Dupuis
  • "Période glacaire", Nicolas de Crécy, Futuropolis
  • "Roy & Al", Ralf König, Glénat
  • "Bouncer, Tome 4", Boucq/Jodorowsky, Les Humanoïdes Associés
  • "Le petit bleu de la côte ouest", Tardi, Les Humanoïdes Associés
  • "Naruto", Masashi Kishimoto, Kana
  • "Kinky & Cosy - C'est encore loin?", Nix, Lombard
Preis für Alternativcomics (vormals: Fanzine-Preis)

"Mycose", Liège

Preis für junge Talente

Karine Bernadou, Paris, École Olivier de Serres

Preis für Schülercomics

  • Humor: Amaël Nicolas, 8 Jahre, Centre de Loisirs 04001 Sisteron
  • Szenario: Ugo Gouiran Bondu, 14 Jahre, Collège Maria Borelly 04000 Digne Les Bains
  • Zeichnung: Roxane Lumeret, 16 Jahre, Lycée Fustel de Coulanges 67001 Strasburg
  • Grand Prix Schulwettbewerb: Elsa Fanton d'Anton, 16 Jahre, Association Atelier Prend l'Air 28200 Chateaudun

Preis René Goscinny

Der Preisträger ist Gipi für das Szenario von "Notes pour une Histoire de Guerre" (erschienen bei Actes Sud).

"Grand Prix RTL de la BD" (avec le FIBD)

"L'Aigle sans Orteils", Lax, Dupuis

Preis "Décoincer la Bulle" (Newcomer-Preis von E. Leclerc und BoDoï)

"Le dernier Envol", Romain Hugault, Paquet

Die beiden anderen Finalisten waren:

  • "La Guerre des Boutons", Valérie Vernay/Mathieu Gabella, Petit à Petit
  • "Mémoire d'une vermine", Juan Sàenz Valiente/Carlos Trillo, Albin Michel
Preis der ökumenischen Jury

"L'aigle sans orteils", Lax, Dupuis

Eine besondere Erwähnung erhielt zudem:
"www.Jésus qui? L'enquête historique", Brunor, Éditions du Cerf

Erwähnt werden des Weiteren:

  • "La pluie", Lambe/De Pierpont, Casterman
  • "Les mauvaises gens", Étienne Davodeau, Delcourt
  • "Dans la secte", Henry/Alloing, La Boîte à Bulle
  • "L'eau et la terre", Séra, Delcourt

Preis für christlichen Comic

"Idées reçues", Alain Auderset

Prix Tournesol (für Öko-Comic)

"Amiante, chronique d'un crime social", Dikeuss/Drandov (Hrsg.)

Manga-Ratgeber

Ein preisgünstiges Referenzwerk für sämtliche Mangatitel ist in Frankreich als "Guide Phénix du Manga" erschienen. Er liefert nicht nur einen Durchblick zum japanischen Comic, sondern er zeigt zudem auf einer beigelegten DVD, was man zum Thema Anime wissen sollte.

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Angeblich um die 1000 Zeichner signierten ihre Comics in Angoulême. Ein Blick in die lange Liste von bei uns meist unbekannten Namen lässt erahnen, dass der frankobelgische Comic jedes Jahr viele neue Gesichter zu entdecken anbietet.

Gipi

Gipi erhielt für "Notes pour une histoire de guerre" den Preis für das beste Album. In Deutsch werden die Comics des Italieners in chronologischer Reihenfolge im avant-Verlag erscheinen.

Der 1963 geborene Gipi (d.i. Gian Alfonso Pacinotti) brachte den siegreichen Comic in Italien unter dem Titel »Apunti per una storia di guerra« heraus. Im deutschen Sprachraum wurde er letztes Jahr durch eine Sammlung von Kurzgeschichten unter der Überschrift »Nachtaufnahmen« bekannt.

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Donnerstag, 26. Januar

Auf dem Champ-de-Mars klafft eine große Baugrube, emsig kratzen Schaufelbagger am Fundament des Vorzeigeprojekts, zwei hohe Kräne ragen in den Himmel von Angoulême und bringen das Baumaterial in jede Ecke der Baustelle. Bis zum Comic-Festival im nächsten Jahr sollen sie ihre Arbeit getan haben, verspricht der Bürgermeister Philippe Mottet in einem eigens verteilten Flugblatt. Es entstehe ein Einkaufszentrum mit einer Fläche von 10.000 m², ein Wohnhaus und eine Tiefgarage mit 500 Parkplätzen. Im Januar 2007 werde der Platz zwar noch nicht fertig, aber mit einer Betondecke versehen sein, auf der dann die großen Messezelte des 34. Festivals aufgebaut werden sollen. Das 35. Comic-Festival wird 2008 auf dem voraussichtlich mit allen neuen Gebäuden umgebenen, fertig renovierten Platz stattfinden. Der Architekt Alexandre Chemetof hat in seinen Plänen Stellplätze für zwei große Messezelte berücksichtigt. Das eine Zelt wird 125 m lang und 25 m breit sein (3.125 m²), das andere soll eine Fläche von 300 m² erhalten, berichtet die Charente Libre. Eine Versorgung der Messezelte mit Strom, Wasser und dem Internet erfolgt über Vorrichtungen in der oben erwähnten Betondecke. Diese wird zudem stabile Ankerpunkte für die Befestigung der Comic-Zelte enthalten. Die Stadt bereitet sich offenbar gründlich und auf Dauer auf die künftigen Comic-Festivals vor.

Baugrube Marsfeld

Unter dem früheren Exerzierplatz der Stadt entsteht eine Tiefgarage. Vor hundert Jahren wurden hier die Soldaten aus einer anliegenden Kaserne gedrillt, jetzt entsteht auf dem Marsfeld ein städtisches Zentrum, welches auch alle technischen Voraussetzungen für künftige Comic-Festivals erhält.

In diesem Jahr wich man mit den Messezelten auf die Umgebung rund ums Rathaus und auf Parkplätze aus. So verschwand dann der Garten vor dem Amtssitz des Bürgermeisters unter den Fußböden großer Zelte. Statt durch eine geräumige Zelthalle lief der Messegänger dieses Jahr durch langgezogene Zeltstraßen um das Rathaus und längs der Allee vor dem Theater. Soleil bekam ein eigenes Zelt vor dem Rathausbalkon. Obwohl das Gedränge zwischen Verlags- und Signierständen und dem laufenden Publikum in den Zelten teilweise groß war, so gefiel einigen Ausstellern diese Enge offenbar. Philippe Oestermann, Verlagsleiter von Dargaud, sprach im Hinblick auf die Atmosphäre von "Gastlichkeit" und einer "Stimmung, die für diese Veranstaltung günstig" sei. Guy Delcourt schlug sogar vor, die Messe nächstes Jahr in gleicher Weise aufzubauen. Doch Philippe Mottet winkte als Bürgermeister mit dem Blick auf die Stadtkasse sogleich ab, denn das diesjährige Provisorium habe die Kosten gegenüber 2005 um mehr als ein Drittel erhöht (2005 zahlte die Stadt 915.000 Euro für das Comic-Festival).

Auch die Fanzine- und Alternativcomic-Verlage werden froh sein, im Jahr 2007 wieder an ihren angestammten Platz zwischen Rathaus und Theater zurückkehren zu können. Sie fühlten sich dieses Jahr an den Rand gedrängt, abgeschoben an einen Abhang der Stadt, abgeschnitten von den Publikumsströmen. Sie formulierten ihre Enttäuschung in einer Protestnote an die Veranstalter.

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Seit 1998 hört man von Plänen, das in Angoulême angesiedelte nationale Comicmuseum in neuen Räumen unterzubringen. Zurzeit befindet es sich im Comiczentrum CNBDI, in welchem es sich den Platz mit Räumen für Ausstellungen und Konferenzen, einer Filmabteilung, einem Comicbuchladen, einer Bibliothek, einem Kino und einem Restaurant teilen muss. Jetzt sieht es so aus, als habe man am gegenüberligenden Ufer der Charente geeignete Räumlichkeiten gefunden. Gaby Scaon, Konservatorin des Museums, spricht in der neuesten Ausgabe von "Neuvième Art" von einem Marathonlauf, den man angesichts politischer, finanzieller, konzeptioneller Schwierigkeiten absolviert habe. Sie dringt darauf, Ende 2006 mit den Arbeiten zu beginnen, die dann Ende 2008 abgeschlossen sein sollen. Sie setzt weiteren Verzögerungen und drohenden Aufschüben ein entschlossenes "Jetzt oder nie" entgegen, als befürchte sie, dass ihr an der nächsten Ecke bereits wieder ein Stolperstein in den Weg gelegt werden könnte. Die neuen Räume sollen in alten, steinernen und schmucken Lagerhallen, genannt "les Chais", aus dem 19. Jahrhundert eingerichtet werden, die damals zum Lagern von Waren dienten, die auf dem Fluss herangebracht wurden. Auf zwei Ebenen wird man dort über 4.500 m² Fläche verfügen, wovon 1.650 m² für Dauerausstellungen und 300 m² für wechselnde Ausstellungen vorgesehen sind. Auf 700 m² wird man die Sammlungen und die Arbeitsplätze für die konservatorischen Bemühungen um die Exponate unterbringen.

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Nach knapp zwanzig Jahren nimmt Dupuis wieder aktiv am Internationalen Comic-Festival in Angoulême teil. Bei einer solchen Rückkehr backt man als größter europäischer Comicverlag selbstredend keine kleinen Brötchen. Für seine etwa hundert Mitarbeiter mietete der Verlag in Châteaubernard bei Cognac gleich das ganze Hotel Mercure an, da in Angoulême alle Hotels bereits von den anderen Verlagen belegt waren. Dimitri Kennes, Direktor von Dupuis, beklagte zwar, dass man in Cognac etwas weit weg vom Schuss sei, doch den Vorteil der Ruhe im 40 km von trubeligen Angoulême entfernten Hotel genieße.

Der Verlag Dupuis wurde im Juni 2004 von der Firmengruppe Média-Participations für € 102.100.000 gekauft. Média-Participations fungierte bis dato als Holding der Verlage Dargaud und Le Lombard und stieg durch den Erwerb zu einem der weltgrößten Comic-Hersteller auf. Der Kauf führte umgehend zu personellen Umbesetzungen. Jean Deneumostier nahm bei Dupuis als oberster Chef seinen Hut und wurde vom ehemaligen Konkurrenten Claude de Saint-Vincent von Dargaud ersetzt. Als geschäftsführenden Direktor setzte man Dimitri Kennes ein, was letztlich zur Umorientierung hinsichtlich einer Festivalteilnahme geführt haben mag. Schon 1985 hatte die Familie Dupuis den Verlag an die Gruppe CNP verkauft, der 2004 der Profit, den sie mit Dupuis machte, nicht mehr ausreichte, so dass Média-Participations zum Zuge gekommen sei, wie ActuaBD berichtet.

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Die Anzahl der Neuerscheinungen steigt in Frankreich seit dem Jahr 2000 im Schnitt um etwa 19 Prozent pro Jahr. Allein im letzten Jahr schnellte die Anzahl gleich um über 27 Prozent in die Höhe. Die Anzahl der Verlage sank hingegen im Jahr 2005 leicht von 207 auf 203 (-2 Prozent). 2005 wurden vom Comic-Journalistenverband ACBD 2701 Neuerscheinungen gezählt (davon 1142 Mangas und Manhwas). Der Anteil der neu erschienenen Comictitel aus Fernost stieg damit von 35,6 Prozent im Jahr 2004 auf 42,3 Prozent im Jahr 2005.

Anzahl der Neuerscheinungen in Frankreich

Den Marktanteil, also den Anteil tatsächlich verkaufter Bücher, geben diese prozentualen Angaben nicht wieder. Es wäre ja denkbar, dass sich jeder frankobelgische Titel im Mittel doppelt so oft verkauft wie ein fernöstlicher Comic, oder umgekehrt. Dem Zahlenwerk des ACBD lassen sich klare Antworten auf diese Frage kaum entnehmen.

Gilles Ratier, der für den ACDB die Zahlen aus Verlautbarungen der Verlage zusammenträgt und bewertet, spricht vom Jahr 2005 als Jahr der Mangaisierung ("Mangalisation"). Damit möchte er zum Ausdruck bringen, dass sich sowohl in der Produktion, bei den Verlagen, bei den Verkäufen, bei den Zeichnern, den Medien und in der Comic-Kultur Frankreichs der Comic aus dem fernen Osten durchsetzt. Zwischen den nüchternen Zahlen schimmert ein wenig die Befürchtung durch, dass es mit dem frankobelgischen Comic abwärts gehen könnte. Im Buchladen des Comiczentrums CNBDI wird ein Buch angeboten, welches das Gesetz vom 16. Juli 1949 zum Gegenstand hat, mit welchem man sich seinerzeit gegen den US-amerikanischen Comic zur Wehr setzte. Thierry Groensteen, Ex-Museumsdirektor des CNBDI und Verlagsleiter von L'an 2, verweist in den Zeitungen Charente Libre und Sud-Ouest auf einen Niedergang der französischen Comic-Kultur. Die alten Herren sind beunruhigt. Die jungen Leser sind begeistert.

Die Auflagen-Charts werden jedoch weiterhin von frankobelgischen Comics angeführt. "Asterix 33" ging mit 3,178 Millionen Exemplaren an den Start, die beiden Alben "Petit Spirou 12" und "Titeuf (Hors-série)" wurden je 600.000 Mal gedruckt, "XIII 17" brachte es auf 500.000 Exemplaren. Dahinter reihen sich altbekannte Namen an: "Largo Winch", "Kid Paddle", "Cédric", "Boule et Bill", "Le Chat", "Lanfeust des étoiles", "Spirou et Fantasio 48" und "Les Tuniques bleues 48" erreichten Auflagen zwischen 500.000 und 200.000 Exemplaren. Die Auflagen von Mangas liegen in der Spitze bei 110.000 Büchern ("Naruto"), andere Topptitel legt man in Stückzahlen um die 70.000 ("Gunnm Last Order") oder 60.000 Exemplaren auf ("Fruits Basket", "Yu-Gi-Oh", "Fullmetal Alchemist", "Shaman King"). Über die Anzahl der tatsächlich verkauften Bücher sagen diese Verlagsangaben allerdings nur tendenziell etwas aus.

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Les mauvaises gens  Aya

Das beste Szenario entdeckte man bei "Les mauvaises gens" von Étienne Davodeau. "Aya de Yopougon" von Marguerite Abouet und Clément Oubrerie wurde als bestes erstes Album gefeiert.

Mit Gipi betrat als Preisträger für den besten Comic ein bis dato noch unbekannter Zeichner die Angoulêmer Comic-Bühne, dessen Werk es bei uns erst noch zu entdecken gilt. Doch Étienne Davodeau, der diesjährige Preisträger für das beste Szenario, ist den Festivalbesuchern bereits ein alter Bekannter. Letztes Jahr machte er durch "Chute de vélo" auf sich aufmerksam, eine Erzählung, die in der ambitionierten Reihe "Aire Libre" bei Dupuis erscheint und für die Davodeau den Preis der Comicbuchhandlungen »Canal BD« entgegen nahm. 2002 erhielt er für "Rural!" eine lobende Erwähnung für das Szenario, musste sich jedoch bei der Verleihung der Preise "Persepolis 2" von Marjane Satrapi geschlagen geben. Aber dieses Jahr hat es geklappt: Étienne Davodeau ist mit einer Erzählung erfolgreich, die die gesellschaftliche Entwicklung in der Region Mauge vor Augen führt. Das wird bei uns kaum jemanden interessieren, es sei denn, er vertieft sich gern in die französische Nachkriegsgeschichte, aber in Frankreich ist diese Beschreibung des Übergangs eines von der Kirche und harter Arbeit geprägten Landstrichs in die Jetztzeit offenbar ein Aufreger.

Wie das Leben an der Elfenbeinküste abläuft, das ist hingegen auch für uns ein Thema mit Belang, da es hier einiges an falschen Vorstellungen auszuräumen gilt. In "Aya de Yopougon" schildert Marguerite Abouet den Alltag Jugendlicher in diesem Teil Afrikas. Die Autorin wurde 1971 in Abidschan geboren und kam im Alter von zwölf Jahren nach Frankreich. Der Zeichner des Buches ist der in Paris geborene Clément Oubrerie. Statt Hunger, Kriege und Revolten zeigen die hundert Comicseiten eine Welt, die überraschend unbeschwert erscheint und die nur die üblichen Fallstricke des familiären Miteinanders und die harten Bänke im "Hotel der tausend Sterne" bereit hält. Ob sich diese Welt dort unten angesichts der wachsenden Spannungen in Abidschan noch lange halten kann, bleibt zu hoffen.

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