Grand Prix de la Ville d'Angoulême
José Muñoz

Die Jury zeichnete den Argentinier José Muñoz mit der höchsten Ehrung des Festivals 2007 aus. Auf deutsch liegen diverse Bücher des Zeichners bei der Edition Moderne vor.

PREISTRÄGER ALBEN 2007

Bestes Album

"Non Non Bâ" von Shigeru Mizuki (Cornélius)

Weitere Auszeichnungen

"Black Hole" von Charles Burns (Editions Delcourt)

"Lucille" von Ludovic Debeurme (Editions Futuropolis)

   

"Lupus" von Frederik Peeters (Editions Atrabile)

"Le photographe" von Emmanuel Guibert, Didier Lefèvre, Frédéric Lemercier (Editions Dupuis)

   

"Pourquoi j¹ai tué Pierre" von Olivier Ka et Alfred (Editions Delcourt)

"Panier de singe" von Jérôme Mulot et Florent Ruppert (L¹Association)

   

Prix du Patrimoine

"Sergent Laterreur" von Touïs et Frydman (L¹Association)

Prix jeunesse

"Tigres et nounours" von Mike Bullock et Jack Lawrence (Editions Angle Comics/Bamboo
"Seuls, Bd. 1: La disparition" von Bruno Gazzotti et Fabien Vehlmann (Editions Dupuis)

   

Prix du Public

"Pourquoi j¹ai tué Pierre" von Olivier Ka und Alfred (Editions Delcourt)

Prix Fanzines et Bande Dessinee Alternative

das italienische Fanzine "Canicola"

comic.de aktuell
Angoulême 2007
Eckart Sackmann berichtet vom Comicfestival

Auf der grünen Wiese

Um ein Haar hätte es überhaupt nicht stattgefunden, das diesjährige Comicfestival im französischen Angoulême, das größte seiner Art in Europa. Erst war Anfang 2006 der alte Präsident des Festivals gefeuert worden, dann herrschte ein halbes Jahr Funkstille zwischen Organisation und Stadt. Inzwischen hatte der Umbau des Veranstaltungsorts auf dem Champ de Mars eine Verringerung der Fläche um 40% ergeben. Das zunächst als Ersatz ausgeguckte Gelände erwies sich als Überschwemmungsgebiet des Flusses Charente.

So war man schließlich auf den Vorort Montauzier ausgewichen und hatte dort eine riesige Zeltstadt von 11.000 qm aufgebaut. Die war durch ein perfekten Shuttlebus-System mit dem Zentrum und den Parkplätzen verbunden und vom Rathaus aus auch zu Fuß in 15 Minuten zu erreichen. Dennoch, eines ging damit verloren, nämlich die Atmosphäre. Wer aus dem Getümmel der bunten Bilder nach draußen kam, stand nicht inmitten einer Stadt, sondern auf der grünen Wiese.

Das missfiel schließlich auch den Verlegern, die doch ­ nach der Aufsplitterung von 2006 ­ vehement ein gemeinsames Dach gefordert hatten. Und es dürfte sich deutlich in den Geldbeuteln der Kaufleute und Gastwirte niedergeschlagen haben, dass das entscheidende Spektakel des Jahres die eigentliche Stadt nur tangierte.

Ein mit der heißen Nadel gestricktes Festival: Das zeigte sich in der minderen Qualität der meisten Ausstellungen. Ein Beispiel im Bild links: Was als große Werkschau zum 100. Geburtstag von Hergé angekündigt worden war, entpuppte sich als eine offene Kabine von vielleicht 100 qm mit ein paar aufgeblasenen Panels und Fotos an der Wand.

Immerhin hat Angoulême eine neue Straße bekommen, die Rue Goscinny. Das ist hoffentlich der dauerhafteste Eindruck dieses ansonsten sehr zwiespältigen Festivals.

Oberbürgermeister Philippe Mottet und Anne, die Tochter René Goscinnys, weihten die neue Rue Goscinny in der Innenstadt Angoulêmes ein.

Die Besucher haben sich von den Umgestaltungen nicht abschrecken lassen. Sie strömten so zahlreich herbei wie gewohnt. Am Wochenende waren die Zelte so voll, dass es kaum noch ein Durchkommen gab. Während draußen sonniges, aber eiskaltes Winterwetter herrschte, perlte drinnen im Gedränge der Schweiß. Rechts: Auf zwei Linien fuhren bunt mit Comicmotiven bemalte Shuttlebusse die Menge im 8-Minuten-Takt von den Parkplätzen zur Messe und quer durch die Stadt - und zwar gratis!

An bekannten Zeichnern herrscht in Angouleme kein Mangel. Freunde frankobelgischer Comics fühlen sich hier wie im siebten Himmel und stehen gern auch mal ein paar Stunden an, um sich etwas ins Album zeichnen zu lassen. Links außen Juri Schigunow ("Agent Alpha"), daneben Jean-Yves Delitte ("Die neuen Zaren", "Westminster", "Die Neptune") und Didier Convard ("Das geheime Dreieck", "I.N.R.I").


Rechts ein offensichtlich ungestresster und glücklicher (deutscher) Besucher in der Signierschlange bei Lombard. Daneben ein kleiner Eindruck davon, was es heißt, in ordentlich aufgereihtem Pulk zu warten. Profis bringen sich einen faltbaren Dreibein-Hocker mit. Wer mal kurz weg muss, markiert seinen Platz mit seinem Gepäck.

 
Unsere Fotoberichte

Ein paar generelle Eindrücke

Zeichner bei der Arbeit

Die Ausstellungen

 

Treffen der Comicforscher

Einweihung der Rue Goscinny

Ein bisschen dies und das

Links

Offizielle Website des Festivals (frz.)

Paul Gravett Kommentar (engl.)

Peter Stanbury Fotos

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