Bei Mile High Comics kniet man vor dem Internet nieder. (Foto v.l.n.r. Chuck Rozanski, Betender Fan)Aus den USA bekamen die Leute von Mile High eine eMail, dass bei comic.de ein Artikel mit Foto von Chuck Rozanski veröffentlicht worden sei. Man beobachtet uns also auch von dort. Was Chuck nicht wusste, war, dass wir ihm gegenüber nur fünf Meter entfernt saßen. Da hätten die Informationswege durchaus auch einige tausend Kilometer kürzer sein können.
Hinweise
Ausstellungen
AUSSCHNITTE EINES LEBENSWERKES
Kurator: Paul Derouet, Agentur Contours, Hamburg
Mit Jean Giraud/Moebius ist im Comic-Zentrum einem
der vielseitigsten Künstler der Gegenwart eine
Ausstellung gewidmet. Von Seiten und Skizzen seiner
bekanntesten Serien "Blueberry", dem Western-Comic
schlechthin, und der SF-Serie "John Difool", über seine
Arbeiten für die Werbung bis hin zu Illustrationen für
seinen eigenen Verlag Edition Stardom reicht das
Spektrum der ausgestellten Werke.
MANGA AUS DEUTSCHEN LANDEN
Kuratorin: Christine Rödel, Manga-Forscherin, Uni München
Manga sind japanische Comics. Manga müssen aber
nicht unbedingt aus dem Land der aufgehenden Sonne
kommen. Auch in Deutschland gibt es Zeichner, die
den "japanischen Stil" bevorzugen. Meist sind es junge
und aufstrebende Talente. Der Carlsen Verlag, Egmont
Manga & Anime und die Frankfurter Buchmesse
präsentieren mit Robert Labs und Sascha Nils Marx
zwei Nachwuchskünstler der Extraklasse. Die Zeichner
sind am Wochenende anwesend, um interessierten
Fans Frage und Antwort zu stehen.
40 JAHRE NEUE FRANKFURTER SCHULE
Kurator: Achim Frenz, Caricatura das Museum für Komische Kunst, Frankfurt am Main
Herzlichen Glückwunsch zu vier Jahrzehnten bissiger
Kommentare zum Zeitgeschehen! Anlässlich des
Jubiläums gestalten die Künstler der "Neuen
Frankfurter Schule" die Tischplatten im Comic-Café.
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Tipps für Samstag:
- 12 Uhr - DISKUSSION: Jenseits des Mainstream: Die Relevanz der kleinen Comic-Verlage
Podiumsdiskussion mit Jens Balzer als Moderator, Armin Abmeier, Jutta Harms, Andreas C. Knigge, Sabine Wittkowski
- 13 Uhr - GESPRÄCH: 40 Jahre "Neue Frankfurter Schule".
Gespräch mit Robert Gernhardt u. a., Moderation: Oliver Maria Schmitt
- 14 Uhr - VORTRAG: "Text, wieso Text? Comics bestehen doch aus Bildern!"
Diavortrag von Hubertus Rufledt
- 15 Uhr - GESPRÄCH: Mehr Experimente wagen.
Gespräch mit Moebius/Jean Giraud, Moderation: Andreas C. Knigge
anschließend: Signieraktion im Comic-Zentrum
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Freitag, 12. Oktober 2001
Manga nicht Manga
Manga ist nicht Manga, so überschrieb man den ersten Vortrag dieses Tages. Das wäre so, als behauptete man, ein deutscher Comic sei kein deutscher Comic. Der Japanologe Stefan Zeidenitz möchte unter diesem Titel allerdings darauf verweisen, dass der japanische Comic viele Facetten habe. Zu seiner Einführung in die thematische Vielfalt des Comic in Nippon wurden gezielt Einladungen in Schulen verteilt. Der Vortragende klärte in lockerer Weise über Missverständnisse auf, die das Bild des Manga bei uns zum Teil bestimmen. So seien zum Beispiel die bishônen (jap. schöne Knaben) Manga nicht - wie man landläufig zu wissen meint - Schwulencomics, sondern sie richteten sich an Frauen - werden auch von Frauen gezeichnet - und erlaubten ihnen in Gestalt jener schönen Knaben in Domänen vorzustoßen, die einer Japanerin in der japanischen Gesellschaft in praxi völlig verschlossen seien. Der Manga "Zetsuai" wäre ein solcher Comic, der mittlerweile in Deutsch in fünf Taschenbüchern erschien.
(Zeichnungen aus der Manga-Ausstellung von Sascha Nils Marx)
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Comic Quartett
Seit Erlangen 1998 zerpflückt das Comic Quartett während der großen Comic-Veranstaltungen jeweils vier Comics hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen. Zur Faszination Comic hatte man sich in folgende vier Titel vertieft: "Engel - Pandoramicum" von Dieter Jüdt, "Nausicaä" von Hayao Miyazaki, "Dylan Dog" von Tiziano Sclavi/Bruno Brindisi u.a., "From Hell" von Alan Moore/Eddie Campbell. War man sich bei einigen Titel in der Bewertung in etwa einig, so zeigten sich in anderen deutliche und klar begründete Meinungsunterschiede. Andreas Platthaus war stets in der Lage, seine Ansicht pointiert (und publikumswirksam) einzuflechten. Petra Lakner ließ sich die Butter nicht vom Brot nehmen ("Da habt ihr wohl einen ganz anderen Comic gelesen als ich!"), wenn ihre Bewertung im Widerspruch zu derer der drei anderen Kritiker stand. An den Einwürfen, die Eckart Sackmann und Frank Neubauer zum Fortgang des Gesprächs machten, wurde eine Kultur des Streitens erkennbar, in der man sich gegenseitig ernst nimmt, für seine eigene Meinung aber dennoch eine angemessene Berücksichtigung einfordert. Die Lebendigkeit des Gesprächs wurde leider durch eine unzureichende Mikrophonanlage ausgebremst.
(Foto v.l.n.r: Eckart Sackmann, Petra Lakner, Andreas Platthaus, Frank Neubauer)
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Long- und Bestseller
Die Frage nach Comictiteln, die man sich als Buchhändler ins Regal stellen sollte, hört Wolfgang Strzyz häufig. Eigentlich möchten die Buchhändler dann wissen, was sich lang und gut verkauft, nicht unbedingt, was darin inhaltlich gut oder schlecht passiert. Um dennoch mehr als eine bloße Auflistung von Verkaufshits zu liefern, stellte Wolfgang Strzyz die Comics mit Hilfe von gut kommentierten Dias vor. So gelangte dann auch "Sailor Moon" wieder in Erinnerung, ein Titel, den man angesichts einer Flut neuer Mangaveröffentlichungen fast schon wieder vergessen hätte. Der Erfolg der Kassenschlager hängt heutzutage nicht selten von der Präsenz einer Serie im Fernsehen ab. Wenn man einen "Pokémon"-Comic erst einige Monate zu spät in die Läden bringen kann, springt man hinter den abgefahrenen Zug.
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Moebius
Lange Schlangen von Wartenden künden am Ende des Tages von einem Höhepunkt der Faszination Comic: Moebius/Jean Giraud ist eingetroffen und signiert alles, was die Comicfreunde ihm vorlegen. Meist fertigt er eine kleine Zeichnung an, weist aber freundlich darauf hin, dass angesichts der langen Schlange wartender Fans keine komplexeren Arbeiten von ihm erbeten werden sollten. So haben alle etwas von ihm. Er verlässt den Signiertisch auch erst, nachdem selbst der letzte Comicfreund eine Zeichnung bekommen hat. Als Jean Giraud ist der berühmte Zeichner für seine Arbeit an "Blueberry" bekannt. Als Moebius konnte er u.a. mit "Arzach" (s. Reihe "Universum der Wunder"), "Die hermetische Garage des Jerry Cornelius" (Major Grubert), "John Difool" und "Die Sternenwanderer" überzeugen. Eine Gesamtschau seines Werks gab eine große Moebius-Ausstellung in Angoulême 2000. Auf dem 9. Comic-Salon 2000 in Erlangen wurde Moebius für sein Lebenswerk mit dem Max-und-Moritz-Preis geehrt. Jean Giraud wurde am 8. Mai 1938 in Nogent-sur-Marne, Frankreich, geboren und veröffentlichte seine ersten Comics 1956/57.
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