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Marjane Satrapi
Marjane Satrapi (Foto) feiert mit "Persepolis" in vielen Ländern Erfolge. Sie erzählte, dass sogar im Iran ein Raubdruck davon gesichtet worden sei.

Hinweise

Ausstellung

AFRICA COMICS
Kurator: Sandra Federici und Andrea Marchesini (Africa e Mediterraneo, Bologna)

Dieses ist eine Premiere ganz besonderer Art: Die Ausstellung "Afrika Comics" schlägt ein völlig neues und bis dato in Deutschland unbekanntes Kapitel aktueller Comic-Kultur auf. Gesellschaftspolitische und -kritische Geschichten von Künstlern aus einem Kontinent, dessen Bewohner häufig ein Leben jenseits der Armutsgrenze unter politisch und sozial elenden Bedingungen erleiden müssen. Gerade in diesem Klima der physischen und psychischen Repression spielen Comics als Informationsmedium eine enorm wichtige und aufklärerische Rolle.

Das italienisch-afrikanische Kulturmagazin Africa e Mediterraneo präsentiert rund 40 Kurzgeschichten, in denen in erster Linie das Thema "(Verletzung der) Menschenrechte" aufgegriffen und verarbeitet wird.

Stassen: Les Enfants (Dupuis 2004)

Jean-Philippe Stassen zeichnet für die Reihe "Aire Libre" des Verlags Dupuis immer wieder Comics, die sich Afrika widmen. Auch diese Art Afrika-Comic ist in Deutsch bisher leider nicht erhältlich.

Vier Tipps für morgen:

  • 12 Uhr - VORTRAG: "Wie sieht's aus in Italien?" - Vortrag von Luca Boschi
  • 13 Uhr - GESPRÄCH: "Iran ohne Schleier" - Ein Gespräch mit Marjane Satrapi - Moderation: Andreas Platthaus (FAZ)
  • 14 Uhr - PRÄSENTATION: "Collector's Point - Ein Segen für den Sammler" - Teilnehmer: Peter Bauch (General Manager PTS), Oliver Krüger (Project Manager)
  • 15 Uhr - GESPRÄCH mit Volker Reiche ("Strizz") - Moderation: Robert Gernhardt
    anschließend Signieraktion im Comic-Zentrum

Mittwoch, 06. Oktober 2004


Afrika

Afrika Afrika ist groß. Das wusste man zwar auch schon vorher, aber Andrea Marchesini wies in seinem Vortrag nochmals darauf hin, dass das Reisen in ein Nachbarland dort so schwierig sei, dass einem Austausch unter afrikanischen Comiczeichern allzu vieles entgegenstehe. Schon von daher käme kein einheitliches Bild zum afrikanischen Comic zu Stande, sondern man habe in etwa den arabisch, französisch und englisch geprägten Teil Afrikas und auch Süd-Afrika getrennt zu betrachten. Andrea Marchesini ist Italiener und Herausgeber der Zeitschrift Africa e Mediterraneo. Er hatte Comics verschiedener afrikanischer Länder mitgebracht, was zeigte, dass dort der Comic für gewöhnlich in Zeitungen erscheint, nicht in eigens gedruckten Alben. Seit dem 19. Jahrhundert bis zum Ende der Kolonialzeit habe es keine eigenen Comics in Afrika gegeben, nur in Südafrika wurden von Afrikanern Comics für die Weißen gezeichnet. Doch in den 60er-Jahren hätte dann eine Comicproduktion von Afrikanern für Afrikaner eingesetzt, die anfangs das Ziel hatte, den Menschen Lesen und Schreiben beizubringen oder über die Geschichte des Landes (z.B. die Befreiung von den Kolonialmächten) aufzuklären. In den 70er-Jahren setzte politische Satire in Karikaturen in Zeitungen ein. Marchesini sah Karikatur offenbar als Comic an. In Workshops hätten französische Zeichner wie Pti'Luc oder Fournier ihr Wissen an afrikanische Zeichner weitergegeben. Der aus Kamerun stammende und jetzt in Paris lebende Comic-Zeichner Christophe Ngalle Edimo gibt am Stand von Africa e Mediterraneo während der Messe weitere Auskünfte zur vielfältigen Bedeutung des Comic für Afrika.
(Foto: Andrea Marchesini)

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Aufkleber

nnn Aufkleber, Flyer, Pappaufsteller, das bringe den Verlagen im Allgemeinen nichts ein, sondern biete sich nur für Schwerpunktaktionen als gut geplante und gezielte Maßnahme an. Vier Fachleute tauschten im Forum des Comic-Zentrums ihre Meinungen zum aktuellen Stand auf dem Comicmarkt aus. Barbara Bacher (Egmont), Johannes Kramer (Hugendubel), Steffen Boiselle (Carlsen) und Uli Pröfrock (X für U) gaben den Eindruck, dass man im Comicmarkt keine Krise feststellen könnte, sondern eine zunehmende Verlagerung hin zum Manga oder Manhwa. Clemens Ellert (B & E) fügte am Rande der Veranstaltung hinzu, dass man heutzutage genug Zeit aufbringen müsse, um zwecks Erfolgs seine Nische gezielt ansprechen zu können. Wer beispielsweise einen Comic verkaufen möchte, in dem ein Hund eine tragende Rolle spielt, der sollte dann auch an entsprechende Vereine oder Tierhandlungen herantreten, um seine Bücher gezielt ans Publikum zu bringen. Trommeln gehört zum Handwerk, die Zeit zum Trommeln fehlt jedoch des Öfteren.
(Foto: Steffen Boiselle)

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Gimme five

Comic-Zentrum Zum fünften Mal findet die "Faszination Comic" auf der Frankfurter Buchmesse statt, zum fünften Mal arbeitete man an der Rezeptur, die die Veranstaltung für Aussteller und Besucher noch attraktiver macht. Mit Comic-Café, ohne Café, mit vielen Ausstellungen, mit wenigen, mit Avant-Garde oder besser ohne, mit anspruchsvollen Veranstaltungen, die nur wenige begeistern können, oder doch lieber Mainstream? Man wird es nie allen recht machen können und muss ständig mit einem Ohr auf der Eisenbahnschiene liegen, ob sich neue Züge ankündigen. Es wäre schade, wenn niveauvolle Beiträge, die auch als Chance verstanden werden sollten, mit Hilfe der "Faszination Comic" besondere Bereiche des Comic gründlich aufzubereiten, aus dem Programm verdrängt würden, nur weil zu wenig Publikum daran Interesse zeigt. Zum Glück ist es in den fünf bisherigen Jahren unter dem Strich bei einer Programmvielfalt geblieben, in der auch interessante Randthemen wie etwa der Comic in Afrika oder auf dem Balkan noch immer ihren verdienten Platz haben. Gimme another five.

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Comic des Jahres 2004

Comic des Jahres 2004 an 'Persepolis' Das Medieninteresse an der Preisträgerin und an ihrem Buch "Persepolis" war groß. Schon vor der Verleihung musste Marjane Satrapi in unentwegt laufende Kameras lächeln, in verschiedenen Sprachen ihre Ansichten darlegen und freundlich Hände schütteln. Sie bestand dank ihrer energischen, freundlichen Art alle diese Aufgaben mit Bravour und zeigte ihren Sinn für Humor, indem sie dem Laudatoren Andreas Platthaus (FAZ) während seiner feinen Rede die Blätter des Manuskripts abnahm, die jenem zu entgleiten drohten. Platthaus verwies auf die Qualität des Werks, aber auch auf die überzeugende Buchherstellung und den Mut des Verlegers David Basler (Edition Moderne). Dr. Eckart Sackmann (comic.de) klärte über das Zustandekommen des Preises auf und überreichte dann unter dem Beifall des Publikums die beiden transparenten Trophäen an Autorin und Verleger. In ihrer Erwiderung betonte Marjane Satrapi, dass es ihr nicht darum gegangen sei, ein politisches Buch zu machen, sondern sie wollte aufzeigen, wie es dem einzelnen Menschen unter politischen Wirrnissen erginge. Sie wolle beispielsweise den Tod von Millionen ihrer Landsleute in den vergangenen Kriegen nicht als geschichtliches Ereignis einfach so wegstecken, sondern könne deren persönliches Schicksal nicht vergessen.
(Foto v.l.n.r: Marjane Satrapi, David Basler (Edition Moderne), Dr. Eckart Sackmann)

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