Heute ist Cosplay-Tag. Hunderte von kostümierten Manga- und Manhwa-LeserInnen umlagern das Comiczentrum.
Hinweise
für Mangaka und Otaku
Der Zeichenwettbewerb "Manga-Talente 2005" läuft vom 1. Juli bis 15. November 2004. Anlässlich dieses Wettbewerbs wird auch der "Shonen Jump Banzai!"-Preis verliehen. Die genauen Teilnahmebedingungen kann man sich beim Veranstalter comicsinleipzig.de holen.
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An einem Tag, der vom Manga und Manhwa bestimmt wird, haben es selbst die schönsten Perlen aus anderen Ländern nicht leicht, wahrgenommen zu werden. So brachte der Verlag Thomas Tilsner das gefeierte "Blankets" von Craig Thompson mit zur Buchmesse, das von der Kritik mit Traumnoten bedacht wurde.
Tipps für weitere Comic-Veranstaltungen:
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Sonntag, 10. Oktober 2004
Tokyopop
Mit "Ich mag so gerne Sushi" erklärte Stuart Levy den Grund, weshalb er lange in Japan gelebt und studiert habe. Levy, Chef von Tokyopop USA, habe nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten versucht, in seinem Land Manga zu verkaufen, was nach einiger Zeit auch immer besser gelang. Levy ist nicht nur Verleger, sondern auch Rechtsanwalt, Autor und Komponist. Er spricht fließend Japanisch, wie man sich während der Präsentation von Tokyopop Deutschland überzeugen konnte, als er auf dem Podium kein Wort Englisch über seine Lippen ließ, sondern sich mit "Oh, du meine Güte!" auch kurz in Deutsch vernehmen ließ. Als er im Februar 2004 gehört habe, dass "Doctor J" (gemeint ist Joachim Kaps) in Deutschland nicht mehr bei Carlsen arbeite, habe er ihn gebeten, ihn in Los Angeles zu besuchen. Er solle auch seine Badehose und sein Surfbrett mitbringen. Offenbar beflügelte das die Gespräche der beiden, auch wenn Doctor J angeblich ein so kleines Hotelzimmer bekam, dass sein Surfbrett gar nicht mit hineinpasste. Nach dem Besuch bei Stuart Levy habe Kaps begonnen, Tokyopop Deutschland aufzubauen. Im November werden die ersten Comics der deutschen Tokyopop-Niederlassung auf den Markt kommen, darunter "Princess Ai", ein Manga, der von Courtney Love erdacht und von Misaho Kujiradou gezeichnet wurde. Für das nächste Jahr erhofft sich Levy außer der Rückkehr seiner entschwundenen Lieblingsmütze auch, dass sich Doctor J lange Haare wachsen lässt. Doctor J versprach es.
(Foto: Stuart Levy (Tokyopop USA))
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Japan
Japan ist unter den Lesern von Mangas schwer angesagt, auch wenn das Taschengeld in den meisten Fällen wohl (noch) nicht reicht, um in dieses aufregend andersartige Land zu reisen. JAL, eine japanische Fluglinie, weckt Appetit auf Kultur und Natur Nippons. Claudia Rogalla (JNTO) zeigte in einem bebilderten Vortrag, was es dort zu erleben gibt, und gab auch Tipps, wie man die Fettnäpfchen vermeidet, die in Japan für uns aufgestellt sind. Zum Beispiel müsse man beim Gang auf die Toilette in dort bereitstehende Schuhe steigen und diese nach der Rückkehr aus dieser Örtlichkeit an dieser Stelle auch wieder ausziehen, sonst empfinden Japaner das als unreinlich. Auch läuft man mit seinen Straßenschuhen nicht über die in den Häusern liegenden Strohmatten oder schneuzt sich in aller Öffentlichkeit die Nase, womöglich auch noch in ein mehrfach benutztes Taschentuch. Die Flüssigkeit laut und vernehmlich hochziehen darf man hingegen, ohne Anstoß zu erregen. Das wäre wiederum bei uns nicht sonderlich fein. Andere Länder, andere Gebräuche.
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Park Hui-Jin und Lee Young-You
In Korea kommen Kinder bei Trennung der Eltern für gewöhnlich zum Vater. Doch eine der Hauptfiguren im Manhwa "K2" von Lee Young-You (Foto) musste dann doch bei der Mutter aufwachsen. Der allzu unstete und lockere Lebenswandel machte die Mutter (selbstredend) sterbenskrank und so kümmerte sich nach ihrem Tod die Tante um das Scheidungskind. Die Geschichte hat einerseits einen Anflug von befremdlich Moralisierendem aus Fernost und wird andererseits so erzählt, wie es einen Shojo-Manhwa ziert: gedankliche und zeitliche Sprünge lassen das sinnsuchende Hirn beim Lesen auf Hochtouren kommen. Nach dem fruchtbaren Lesevorgang lehnt man sich dann zufrieden zurück und greift vielleicht zum ebenfalls bei EMA erschienenen Manhwa "The Legend of the Sword" von Park Hui-Jin (Z) und Yeo Beop-Ryong (T), der ganz anders geartet ist und von zwei mächtigen Schwertern und wilden Kämpfen berichtet. Auch Manhwa bietet wie Manga jedem Geschmack etwas.
(Foto: Lee Young-You)
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Cosplay
Cosplay (jap. kosupure) bedeutet Kostüm und Spiel und das spürt man an diesem Tag besonders, schlüpfen die Teilnehmer doch nicht nur in das Kostüm einer Manga- oder Animefigur, sondern üben auch Texte oder Lieder ein, die sie im Wettbewerb vortragen wollen. Ab etwa 10 Uhr setzt ein Zulauf von Cosplayern ein, den das Comiczentrum noch nicht gesehen hat. Unzählige Gruppen umlagern das jetzt viel zu kleine Rund der Bühne oder lassen sich in den angrenzenden Treppenhäusern und Gängen nieder. Damit man die Ausstellung afrikanischer Comics und die der 5 jungen Meister noch sehen kann, schickt man die dort sitzenden Cosplayer in Richtung Café, wo man mit diesem Andrang aber auch nicht richtig froh wird. Nähert sich ein Fotograf einer Gruppe Cosplayer wird bereitwillig immer wieder posiert. Als Matthias Wieland und Paul Steinwachs zum Einzel- und Gruppenwettbewerb auf die Bühne bitten, wird das Forum auch außerhalb der gläsernen Trennwände weit umringt, um keinen der Auftritte zu verpassen. "Contenance! Contenance!" ruft Marie Antoinette aus "Die Rosen von Versailles" und das jugendliche Publikum freut sich. Um Contenance werden in diesem Moment auch die Organisatoren dieses Spektakels ringen, die von einer Ecke zur nächsten fliegen müssen, um den Betrieb reibungslos am Laufen zu halten. Die Begeisterung ist großartig, solch ein Schlusspunkt zur 5. Faszination Comic ebenfalls.
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