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Korea ist in diesem Jahr Gastland der Buchmesse. Am Stand des koreanischen Comics lächeln übergroße Manhwa-Figuren dem Messegänger entgegen.

Hinweise

Ausstellung

30 Jahre Abrafaxe
Kuratoren: Mirko Piredda und Klaus D. Schleiter (Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag)

Wenn schon auf der Welt sein, dann am besten als fiktive Figur – so wie die Abrafaxe, die beliebten deutschen Comicfiguren aus dem monatlichen "Mosaik"-Magazin. Denn für Comic-Helden gilt der Satz "Trau keinem über 30!" nicht. Comic-Helden bleiben zeitlos jung. Und die Abrafaxe sind seit ihrer Geburt im Herbst 1975 nicht nur optisch jünger geworden, auch ihr Humor ist heute noch so schlagfertig und spontan respektlos wie damals. Die Abrafaxe feiern ihren 30. Geburtstag natürlich stilvoll – mit Gästen aus Tusche und Farbe auf Papier in einer Ausstellung. Mehr als 30 ausländische und deutsche Künstler sind der Einladung zu einer Hommage an die Abrafaxe gefolgt: Jo-El Azara, Marc Bourgne, Christian Denayer, Eduard Aidans, Hermann, Eddie Paape, Peter Puck, Erich Rauschenbach, Ralph Ruthe, Francois Walthery, Franz Zumstein und andere mehr. Die Ausstellung zeigt die Abrafaxe einmal ganz anders. Die Originale, Illustrationen, Pin-Ups und Onepager werden mit den Ideenskizzen, Scribbles und Entwürfen gezeigt, so dass der Besucher einen hervorragenden Einblick in den Kreativitätsprozess der Comiczeichner erhält.

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Craig Thompson kann sich über mangelndes Interesse der Medien an seinem dicken Buch "Blankets" nicht beklagen.

Tipps für morgen

12 Uhr - DISKUSSION: "Die neue Stärke – Indies: Retter der europäischen Comic-Kultur", Moderation: Christian Schlüter (Frankfurter Rundschau), Teilnehmer: Jutta Harms (Reprodukt), Ralf Keiser (Carlsen), Mawil (Künstler), Rossi Schreiber (Schreiber & Leser)

13 Uhr - FORUM: "Visa nach Pisa – Comics als Mittel der Leseförderung", Moderation: Stefan Hauck (Börsenblatt), Teilnehmer: Ursula Christ (Schulamt Frankfurt), Klaus Kämpfe-Burghardt (Carlsen), Sonja Lebert (Fachstelle für Büchereiarbeit Limburg), Stefan Trautner (Comicbuchhändler)

14 Uhr - PREISVERLEIHUNG: "Der CoLa des Jahres", Moderation: Kai-Steffen Schwarz (Carlsen), Wolfgang Strzyz (Faszination Comic), Prämierung des besten Comicladen des Jahres

15.30 Uhr - GESPRÄCH: "Selbst erlebt oder gut erfunden? – Comic-Autobiographien", Moderation: Andreas Platthaus (FAZ), Teilnehmer: Flix ("held"), Marjane Satrapi ("Persepolis")

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Das neue Buch "Poulet aux prunes" (d.i. "Pflaumenhühnchen") gelang Marjane Satrapi noch eindrucksvoller als "Broderies" (d.i. "Sticheleien"). Dennoch folgt die deutsche Veröffentlichung ihrer Werke der Reihenfolge der originalen Publikationen.

Mittwoch, 19. Oktober 2005


Korea

1_unhachoi.jpg Mit einem Film über die aktuelle koreanische Comic- und Zeichentrickproduktion und einem launigen Quiz, bei dem man laut "Manhwa" rufen musste, wenn man die Antwort wusste, warb die Korea Culture & Content Agency (KOCCA) für eine Vielzahl von Comicserien aus ihrem Land. Man stelle sich einmal vor, der Bund würde bei uns eine Vermark-tungsagentur für deutsche Kultur gründen und diese finanziell gut ausgestattet in anderen Ländern für unsere Comics werben lassen. Was bei uns unvorstellbar erscheint, das leistet sich Korea mit der KOCCA seit Jahren. Der Messegast wird dabei regelmäßig mit dicken Manhwa-Sammelbänden beschenkt, denen er eine Fülle von Eindrücken zum aktuellen Manhwa entnehmen kann. Deutsche Verlage, bei denen Manhwas erscheinen, haben den Vorteil, dass ihnen die koreanischen Zeichner von der KOCCA günstig für Signieraktionen vermittelt werden. Zwischen Comic, Filmen und Spielen unterschied man in dieser für die sechste Faszination Comic ersten Veranstaltung nicht, sondern ließ deutlich werden, dass die erfolgreichen Figuren des koreanischen Comic in mehreren Medien ihren Auftritt bekommen. Eine Ausstellung rechts neben dem Forumsbereich zeigt dazu, welche Manhwaserien ab etwa der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Korea bedeutsam waren.
(Foto: Un-Ha Choi, Moderatorin der Veranstaltung)

Comic des Jahres 2005

1_comicdesjahres.jpg Er sei in der vergangenen Zeit sehr viel auf Veranstaltungen gewesen, so dass er mit dem Zeichnen neuer Comics nur langsam vorankomme, stellte Craig Thompson während des Gesprächs anlässlich der Preisverleihung fest. Die Jury von comic.de hatte sein Buch "Blankets" zum Besten Comic des Jahres 2005 gewählt und seitens der Veranstalter, des Verlags und der Leserschaft wünschte man sich, dass der preisgekrönte Autor nun auch nach Frankfurt zur Buchmesse reist, um seinen Preis in Empfang zu nehmen. Das war aus oben genanntem Grund nicht ganz einfach, aber nun stand der Zeichner erfreut im Forum des Comiczentrums und erhielt neben einer Laudatio des Comicjournalisten Lutz Göllner auch die Trophäe für sein hochgelobtes Buch. Eckart Sackmann überreichte ihm und auch Sebastian Oehler, dem Vertreter des Speed-Verlags, bei dem "Blankets" in Deutsch erscheint, je eine der gläsernen, comiclesenden Figuren. Sackmann wies in seiner Ansprache auf die Einmütigkeit hin, mit der die zehn Juroren im Laufe von vier über das Jahr verteilten Abstimmungen Thompsons Werk zum Comic des Jahres 2005 kürten. Der Zeichner benötigte allein für die Vorarbeiten zu "Blankets" ein ganzes Jahr und dann weitere zwei Jahre für die Reinzeichnung. Bei Reprodukt ist mittlerweile seine Nachfolgearbeit "Tagebuch einer Reise" erschienen. Zurzeit arbeitet er an einer eher orientalisch märchenhaften Erzählung mit dem Titel "Habibi", die es bis 2007 in die Comicregale schaffen soll.
(Foto v.l.n.r: Dr. Eckart Sackmann, Craig Thompson)

Sticheleien

1_satrapi2.jpg Ihren neuen Band, der sich mit dem Leben iranischer Frauen beschäftigt, präsentierte eine kettenrauchende Marjane Satrapi heute im Gespräch mit dem Publikum und der Journalistin Katja Lüthge. Frauenrechte kamen dabei ebenso zur Sprache wie Politik: Demokratie, so Satrapi, sei eine Entwicklung, und kein "Geschenk", dass man mit Bomben bringen könne. Dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt, habe der Autorin schon einige Schwierigkeiten eingebracht, aber das ist es ihr wert: "Wer schweigt, ist mitschuld." In die Zukunft blickt Satrapi übrigens nicht gerade optimistisch. "George Bush in America, Tony Blair in Great Britain, Angela Merkel here - can we really be hopeful?" (rö)
(Foto v.l.n.r: Marjane Satrapi, Katja Lüthke)

Sechste Faszination

1_baelle.jpg Zur sechsten Ausgabe der Faszination Comic der Frankfurter Buchmesse gab man sich ein neues Gesicht. Im Forumsbereich ersetzen weiche Sitzbälle die harten Holzwürfel der vergangenen Jahre. Das starre Halbrund an gläsernen Wänden löste man durch lange Fahnen ab, die von der Decke hängen, und durch die benachbart aufgebauten Ausstellungsmöbel und die Comic-Leseecke, in denen die Bälle als gestaltendes Element wieder auftauchen. Statt auf eine lange, eindrucksvolle Regalwand für die Comics in der Leseecke setzt man nun auf verteilte Regalelemente und einer langen und breiten Präsentationswand, auf der die Verlage ihre Bücher augenfälliger vorstellen können. Das Comic-Café erhielt links neben dem Forum seinen ausreichenden Platz, wo vordem der Signierbereich stand. Im Mittelpunkt des neuen Comiczentrums hängt von der Decke ein rundes Gerüst wie ein Radleuchter, als wolle man damit dem Ganzen die Krone aufsetzen. Der neue Signierbereich befindet sich im Verborgenen und ist von den vorbeilaufenden Messegängern leider kaum zu entdecken. Mit dem diesjährigen Programm, an dem wieder zahlreiche sehr bekannte Comicautoren aus vielen Ländern teilnehmen werden, allen voran Albert Uderzo, hat man sich wieder Großes vorgenommen, um der Frankfurter Buchmesse einen öffentlichkeitswirksamen und krönenden Beitrag anzufügen.
(Foto: Sitzbälle im Forum der Faszination Comic)

Die Puppen tanzen...

1_budaixi.jpg ...am Taiwan Publishers Pavillion. Neben Comics in Print- und digitaler Form und Animationsfilmen gab es hier eine besondere Attraktion zu sehen: Chen Cheng-I, Meister des taiwanesischen Puppenspiels Budaixi. Er zeigte großen und kleinen Besuchern, wie man die kunstvoll bemalten und bestickten Handpuppen zum Laufen, Lachen und Leben bringt. Geübt wurde fleißig und mit Begeisterung, den Trick mit dem Salto konnte Cheung-I allerdings keiner nachmachen. – Am Stand der Taiwanesen informierte sich Joachim Kaps, Verlagsleiter des deutschen Tokyopop, über Manhuas, die ins Programm des Verlags passen könnten. Letztes Jahr kaufte er hier Manhuas von Selena Lin ("White Night Melody", "Bye Bye Baby") ein. Er möchte einem kommenden Interesse an dieser Art chinesischen Comics gut vorbereitet entgegensehen und von Anfang an dabei sein. (rö)
(Foto rechts vorne: Chen Cheung-I)


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