Ganz in schwarz, mit Zylinder und kurzen Hosen fängt ein Hannoveraner Händler die Blicke möglicher Kunden.
Gesichter
Ulf K. landete mit "Mondgucker" bei Panel einen Erfolg, der auch in Belgien und Frankreich erschien.
Jürgen Seebeck legt seinen für Japan gezeichneten "Bloody Circus" jetzt bei Carlsen auch in gedruckter Form vor.
Wittek erreichte mit seinem großformatigen "Bizarr Bazar" #1 viel Aufmerksamkeit und ist in Gedanken schon bei Heft 4, wo er gerne 'Nazizombies' auftreten lassen möchte.
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Freitag, 27. Oktober 2000
Schilder
Einige Verlage vermissten Hinweise des Veranstalters der Spielemesse, des Merz Verlags, auf die ComicAction 2000, die im ersten Stock der Halle 9 untergebracht ist. Am Freitag wurden dann im Rolltreppenbereich eilig angefertigte Schilder und Plakate aufgestellt und ausgehängt, die hoffentlich die gewünschte Wirkung haben. Im letzten Jahr freuten sich die Verlage darüber, dass auch einmal Leute an ihre Stände gespült wurden, die sie noch nicht kannten, die also ursprünglich nur wegen der Spiele in die damals mit den Spieleausstellern gemischt belegte Halle gekommen waren. Dadurch, dass man jetzt eine eigene Halle bekam, und gerade auch durch diese eingeforderten Schilder vermindert man diesen Effekt aber womöglich. Dem Vorteil, in einer eigenen Halle dann auch Musik und Lautsprecherdurchsagen machen zu können, steht gegenüber, seine Standnachbarn durch die laute Dauerberieselung (hier: Dino) beim Gespräch mit den Standbesuchern nervlich und akkustisch zu behindern, beispielsweise bei Mosaik, wo man sich mit dem Zeichner Andreas Pasda nur stimmgewaltig unterhalten konnte.
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Uli Oesterle
Über Uli Oesterle kursieren bei Zwerchfell Gerüchte, er trage stets eine Kette mit einer Kapsel um den Hals, in welcher sein Name und seine Adresse verzeichnet seien, weil er Angst vor einem erneuten Gedächtnisverlust habe. Darauf angesprochen lacht Uli Oesterle auf, denn die Geschichte mit der Kapsel sei frei erfunden, auch wenn er durchaus seinen Namen immer bei sich trage, aber wer macht das nicht? Mit dem sehr beachtlichen "Frass" wechselte Uli Oesterle von Zwerchfell zur Edition 52, weil man in Hamburg die Kosten für ein Farbalbum scheute. In der Edition 52 möchte Oesterle auch seine neue Serie "Eindringlinge" © in Form von Vierfarbalben in Hardcover unterbringen. Die 60- bis 120-seitigen Erzählungen werden in sich abgeschlossen angelegt, die Charaktere tauchen aber immer wieder auf, darunter eine Hauptfigur, die in der Lage sei, Wahnvorstellungen zu jagen, womit Oesterle thematisch an die "Schläfenlappenphantasien" anknüpft. Uli Oesterle arbeitet in München in einer Ateliergemeinschaft namens "Die Artillerie" zusammen mit Thomas von Kummant ("Goethe"), Eric Desideriu ("Die Vergessenen", "Cyberpunk"), Boris Kiselicki ("Cool Brothers") und anderen. In dieser Gemeinschaft tausche man seine Ideen aus und bespreche gegenseitig kritisch seine Arbeiten, ein fruchtbares Vorgehen, wie man es von französischen Zeichnergemeinschaften wie "L'Association", "Ego comme X" u.a. kennt.
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Endlich ein Japaner
Bei Carlsen hatte man schon seit längerem den Wunsch, passend zur Mangawelle auch einmal einen japanischen Zeichner zu einer Comicveranstaltung nach Deutschland einladen zu können. Jetzt hat es endlich geklappt: Satoshi Urushihara (im Foto links) zeichnet in für uns erstaunlicher Schnelligkeit Kanji-Zeichen und ähnliches in die zahlreichen von den Fans mitgebrachten Manga-Titel. Das erotisch angehauchte "Plastic Little" mit der siebzehnjährigen Teeta als Kapitänin eines Tierfangschiffes bringt eine lange Schlange von Fans an den Carlsen-Stand. Das hatte die Verlagsleitung anhand der Verkaufszahlen für diesen Band auch erwartet.
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Animestädtisches Häschen
Klappern gehört zum Handwerk. Hatte Modern Graphics gestern eine leicht bekleidete Dame (aka Vampirella) in einem roten Nichts auf die Messebesucher losgelassen, so versucht Animecity (www.animecity.de) mit einem Häschen auf sich aufmerksam zu machen. Animecity bietet eine Fan-Website, die sich auf Manga und Anime spezialisiert hat. Dem Fellmädchen macht es offenbar nichts aus, vom männlichen Publikum angestarrt zu werden. Damit wird die Frau dann wieder zu dem, was sie in der Steinzeit war: ein schnuckeliges Tierchen, hinter welchem man herjagen kann. Mit Comic hat es deswegen zu tun, weil es zeigt, was in den Köpfen von zahlreichen Comiclesern an Frauenbildern vorherrscht.
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