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ComicAction 2002

Gibrat per Express

Erst im allerletzten Moment erreichte der neue Band von Gibrat die ComicAction in einer kleineren Stückzahl. Eckart Schott (Salleck Publications) hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dieses sehr schön gezeichnete Album in Deutsch zur ComicAction 2002 doch noch vorlegen zu können, was dank eines Kuriers letztlich auch gelang.

Gibrat: Von Dieben und Denunzianten

Jean-Pierre Gibrat hatte in den letzten Jahren für das zweibändige Werk "Der Aufschub" (Salleck) und für "Verwandlungen" (Carlsen) viel anerkennende Aufmerksamkeit erfahren. An dem jetzt vorliegenden Album "Von Dieben und Denunzianten" (im Original "Le vol du corbeau", Dupuis) arbeitete Gibrat wegen der aufwändigen Zeichnung und Kolorierung drei Jahre.

Diana R. Sassé

Bisher womöglich nur als ICOM-Preisträgerin für "Doudou, der Poilu" bekannt, überrascht Diana R. Sassé jetzt mit einer neuen Heftreihe zum Ersten Weltkrieg.

Dipperz 1

"Dipperz" kann als Kriegsaufarbeitung und als Fortsetzung dessen verstanden werden, was in der zurzeit ruhenden Reihe "Menschenblut" unter gleichem Titel lief. Die Zeichnerin ist am Stand von Schwarzer Turm anwesend und signiert dort auch ihre Arbeiten aus dem eigenen Verlag Elmsfire Books (vormals Edition Rhein-Trio).

Eiskalt

Aus der Comicschmiede "Die Artillerie", zu der u. a. Uli Oesterle ("Frass") und Thomas von Kummant (Hohlbein-Comic) gehören, kommt auch Boris Kiselickis, der bei der Edition 52 seine eiskalte Serie "The Cool Bros" unterbringen konnte.

The Cool Bros

Welch arktische Stimmung bei der Lektüre herrscht, ist recht gut den animierten Webseiten zur Serie zu entnehmen.

Tony Verdini

Panini backt große Brötchen

Panini heißt Brötchen, aber was der Konzern, der bei uns sogar Marvel- und DC-Comics unter einem Dach verlegt, jetzt mit Dino vorhat, riecht ganz nach dem Backen größerer Brote. Es sieht so aus, als sei man von Italien aus dabei, Dino mitsamt der Simpsons und der ganzen Buchproduktion zu diversen Fernsehserien zu schlucken. Tony Verdini (Foto), Chefredakteur von Paninicomics und Panet Manga in Deutschland, machte am Donnerstag auf der ComicAction einen sehr gelösten Eindruck. Obwohl alle anderen großen Verlage nicht mehr zur ComicAction antreten, sei man es den Lesern von Paninicomics schuldig, vor Ort mit Zeichnern und Sonderheften präsent zu sein. Das Interesse von Panini an Dino habe mit dem Comicbereich von Dino wohl nichts zu tun, bei ihm sei diesbezüglich nicht angefragt worden. Hier in Essen sei wichtig, aus Anlass der ComicAction mit den Lesern zu sprechen. An den Signiertischen saßen dann auch nicht weniger als vier italienische Zeichner: Gabriele Dell'Otto (Batman), Lucio Parillo ("Conan" 3), Claudio Castellini ("Silver Surfer: Gefährliche Artefakte", "Captain America") und Giuseppe Camuncoli ("Spider-Man Comic Action 2002") hatten überraschend lange Schlangen mit Signierwilligen vor sich, trotz des Schwanengesangs zum Untergang der ComicAction, wie er im Vorfeld hin und wieder zu hören war. Mit der Erotik-Reihe "Planet Manga 16+" möchte Verdini sein erfolgreiches Programm fortsetzen.

Lieblos

Die Betreuung durch den Messebetreiber bezeichnete Christian Heesch von Zwerchfell als "lieblos" und "bürokratisch". Er spielte damit zum einen auf die Mühe an, die man als Verleger habe, für seine Zeichner günstige Eintrittskarten zu bekommen (pro 10 Quadratmeter Standfläche darf man nur zwei Zeichnerkarten à 15 Euro kaufen). Zum Zweiten habe man nur noch eine halbe Stunde Zeit, um zum Standaufbau auf das Messegelände fahren und ausladen zu können. Bliebe man länger, würden 50 Euro Pfand fällig. Trotz dieses Ärgers möchte er auf die Teilnahme an der ComicAction auch zukünftig nicht verzichten: "Schade, wenn es sie nicht mehr gibt, weil für uns [kleinere Verlage] sonst gar nichts mehr wäre." Auf den Buchmessen ist die Standmiete etwa vier Mal höher, auf Comicbörsen fehlt das von überall her anreisende Publikum. Warum die Zeichner überhaupt für ihr Kommen bezahlen müssen, bleibt auch dem unbedarften Außenstehenden ein Rätsel. Das wäre ja so, als müsste der Mitarbeiter einer Firma zum Betreten seines Arbeitsplatzes Eintritt zahlen.

Hethke in Essen?!

Ein Hethke-Stand außerhalb Kölns? Verwundert reibt sich der Messebesucher die Augen, denn in den letzten Jahren hat es so etwas nicht gegeben. Noch nicht einmal in Erlangen zu den letzten Comic-Salons baute der Fan-Verlag einen Stand rund um "Sigurd", "Nick", "Falk" oder den zahlreichen anderen Nostalgieserien auf.

Hethke Verlag

"Seltsam, aber so steht es geschrieben", begrüßt ein überragender Altgermanist den Gast am Stand. Es ist Hajo F. Breuer (Foto), Autor der "Gespenstergeschichten" seit Heft 430, der auf die Frage, warum man gerade jetzt auf der ComicAction ausstelle, antwortet, dass man sich antizyklisch verhalten müsse. Er habe Norbert Hethke vorgeschlagen, hier einen Stand aufzubauen. Dieser sei sogleich einverstanden gewesen, als er hörte, dass Breuer die Standbetreuung auch selbst in die Hand nehmen wollte. Auch im Gespräch am Stand kann der Autor von Ren Dhark trotz Schnupfens lebhaft überzeugen. Mittlerweile erscheinen die "Gespenstergeschichten" nur noch als 'variant content edition', erklärt er schmunzelnd.

Rhein-Ruhr-Gruppe

Der ICOM ist von Anfang an mit einem Stand bei der ComicAction in Essen vertreten gewesen. 1999 verlieh man dort auch den ICOM-Preis, in den Folgejahren traf man sich hier zur Mitgliederversammlung, um zum Beispiel die Herausgabe eines Jahrbuches zu beschließen. Als regelmäßige Veröffentlichungsreihe von Arbeiten des Interessenverbands erscheint "Filmriss". Verena Hinze von der sehr rührigen Rhein-Ruhr-Gruppe des ICOM stellte nun zur ComicAction ein eigenes Comic-Magazin dazu, dessen erste Ausgabe mit "Grimoire" (d.i. Zauberbuch) betitelt wurde, eine Anthologie zu zauberhaften Ereignissen.

Flix

Flix hatte gestern Geburtstag und gleich mehrere Eisen im Feuer: bei Carlsen erschien jüngst sein seitenstarker Band "Radio Ohrgasmus", bei Zwerchfell kam das erste Heft seiner Serie "held" heraus und im gleichen Verlag schreibt er seit Heft 5 die Reihe "Grimm".

Flix

Die auf vier Teile angelegte Serie "held" habe er schon zu 99% fertig, die Szenarien für "Grimm" von Heft 6 bis Heft 9 sind ebenfalls schon ausgearbeitet. das neue Heft 5 'Die drei Federn' hat er gleich selbst gezeichnet. Das hört sich so an, als ginge da ein deutscher Lewis Trondheim an den Start, ein Gedanke, der einem auch wegen seines Zeichenstils in "held" kommen könnte.

Belgischer Comic

Constanze Döring

Zu den vierten Comictagen der Stadtbibliothek Köln plant man einen Schwerpunkt auf den belgischen Comic zu legen. An Constanze Döring (Foto) und die anderen Organisatoren der Veranstaltung ist man seitens des Belgischen Hauses (eine Art belgisches Kulturinstitut in Köln) herangetreten, um eine Zusammenarbeit vorzuschlagen. Das belgische Generalkonsulat und das CBBD (Centre belge de la bande dessinée, Brüssel) unterstützen. Die Comictage werden vom 10. - 12. April 2003 stattfinden.

Ausgestellt

Seine feinsten Zeichnungen werden gerade in Berlin von "Grober Unfug" in deren Galerie ausgestellt, er selber stellte eine Auswahl von mehr als 300 seiner Arbeiten auf CD zusammen. Wittek wurde mit "Bizarr Bazar" und durch den Einsatz für das alljährliche Festival "Heftich" in weiten Kreisen der Comicszene bekannt.

Wittek

Interessenten an der CD, die Arbeiten von 1987 bis heute zeigt, können sich direkt an Wittek wenden.

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