Rotgoldene Stelzenläuferin
Hinweise des Kulturamts
Eines der Motti des diesjährigen Salons ist "Vergesst Fußball! Der Salon tanzt ..." Rund um den Salon sind Action und Disco angesagt: John Difool, Europas Antwort auf Amerikas Superhelden, das Geschöpf des genialen Moebius, macht vier Tage lang Erlangen sicher. Die Cosmic-Girls, die weibliche Antwort auf den Superhelden-Wahn, machen auf Stelzen am Freitag und Samstag Erlangens Fußgänger-Zone dafür unsicher.
Mabuse meets Sandra Bodyshelly, Schnitzeljagd um den Killer, Party um die leichtbekleidete Aktrice. Der Achterbahn Verlag aus Berlin zockelt dieser Tage mit einem Original Berliner Doppeldeckerbus über die Autobahn nach Erlangen, hoch befrachtet mit seiner Künstler-Mannschaft Sperzel, Quint, Volker Nökel, Thomas Siemensen, Mathias Neumann und Jörg Rexmann und tausenden von kostenlosen Comics, die an die Salon-Besucher verteilt werden sollen. In seinem Wind-Schatten folgt "Unser Schumi" Rennwagen mit dem "Unser Schumi"-Zeichner-Team Lutz Mathesdorf und Kim Schmidt.
Zum Abschluß des gesellschaftlichen Höhepunktes des Salons, der Max-und-Moritz-Preis-Gala am Samstag Abend haben sich einige Comic-Künstler eine Überraschungs-Comic-Funk-Session ausgedacht: Wolfgang Sperzel, Bass; Ulf Harten, Schlagzeug; und Markus Huber, Gitarre und Gesang, spielen sich zusammen mit Chris Scheuer "in Ekstase". Der wirft am Ende seine Gitarre fort, und greift zum Pinsel. Begleitet von der Musik dieser ultimativen Comic-Band malt er ein Spontan-Bild, das auf der "After-Midnight-Auktion" versteigert wird.
(zitiert aus der Presseinformation vom 22.6.00 des Kulturamts Erlangen)
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Tipp für Sonntag:
- Podium der Sieger: Die Max-und-Moritz-Preisträger 2000 im Gespräch (Moderation: Harald Havas und Herbert Heinzelmann), Rathaus, Kleiner Saal, 11 Uhr
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Moebius
Mitten in die Pressekonferenz mit Jean Giraud/Moebius platzt John Difool hinein und dankt seinem "Vater" für sein Leben. Moebius lacht gut gelaunt und hat offensichtlich seinen Spaß. Nach dem Ärger befragt, den es mit dem Sohn von Jean-Michel Charlier wegen einiger Szenen im letzten "Blueberry"-Album gab, zeigt er Umsicht. Er könne den Sohn verstehen, der glaube, das Werk seines Vaters verteidigen zu müssen. Er meine aber, dass Jean-Michel Charlier die in Frage stehenden Szenen nicht missfallen hätten, denn er habe damit eine Verbindung zu "Little Nemo" hergestellt. Moebius erzählt zur Erheiterung der Runde gerne, welchen Inhalt die ungedruckten Seiten haben: Ein Hopi-Schamane bewirkt einen Heilungs-Zauber, demzufolge der Patient zu träumen beginnt und auf dem Höhepunkt seines Traums tatsächlich über dem Bett schwebt, was seiner Umgebung unheimlich wird. Sie binden den Kranken am Bett fest. Erfolg ist, dass nun auch das Bett zu fliegen beginnt, auf dass man dieses festschrauben muss.
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Achterbus
Mit einem Doppeldeckerbus ist Achterbahn zum Comic-Salon gefahren und hat diesen vor der Heinrich-Lades-Halle geparkt. Die graue Farbe fängt die Blicke nicht sonderlich gut, aber die Idee ist originell, statt mit der Achterbahn mit dem Achterbus anzureisen. Wenn diesem Beispiel beim nächsten Comic-Salon andere Verlage folgen, wird die Messehalle bald leer und der Rathausplatz voll werden. Die Comicfans sparen sich dadurch das Eintrittsgeld. Nur wird man bei schlechtem Wetter, wie es sich leider jetzt eingestellt hat, aufpassen müssen, dass einem die ergatterten Comics nicht aufweichen.
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Börse
In langen, großteils überdachten Gängen versammeln sich bis 9 Uhr die Händler, die in einer Unzahl von Kästen ihre Ware ausbreiten. Für die Sammler sind solche Börsen unverzichtbar, denn an die Hefte einer ausgelaufenen Serie wird man einfacher als mit einer Suchliste, die man den Händlern unter die Nase hält, wohl schwerlich herankommen. Hinzu kommt der Vorteil, dass man den Zustand der Ware vor Ort prüfen kann, wohingegen man sich beim Bestellen per Post, Fax, Telefon oder Internet auf die Angaben der Händler verlassen muss, die Knicke, Fingerabdrücke, Zustand der Heftklammern, Vergilbung des Papiers und so weiter durchaus unterschiedlich bewerten.
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Verleihung ICOM-Preise
Mit dem gelungenen Zeichentrickfilm "Der Rabe" von Hannes Rall (nach dem Gedicht von Edgar Allan Poe) leitet der Interessenverband Comic (ICOM) e.V. in die Preisverleihung der ICOM-Preise 2000 ein. Diese Preise richten sich ausschließlich an die Independent-Szene und helfen, die Zeichner dieses Bereichs ins Blickfeld zu rücken. Gewinner des mit 2000 DM dotierten Hauptpreises ist Rautie (auf dem Foto ganz rechts) für "Heinz & Pifie". Für die folgenden Preisträger lagen je 500 DM in der ICOM-Kasse: Holger Hofmann, Geier, Ulf K. und der Zwerchfell Verlag.
Liste der Gewinner und der lobenden Erwähnungen
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