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Rautie: "Heinz und Pifie"

Rautie: Heinz und Pifie Der Titel "Heinz und Pifie: Nanu - Ragout aus Dosen!" deutet darauf hin, dass Rautie (d.i. Michael Rautenberg) den Lesern der deutschen Independent-Comic-Szene einen Funny vorlegt. Für diesen Band, der ein abgeschlossenes Abenteuer seiner Helden enthält, erhielt er bei der ICOM-Preisverleihung die mit 2000 DM höchstdotierte Auszeichnung.

Herausgeber seiner Arbeit ist die Edition Panel, die im letzten Jahr besonders von sich reden machte, als sie für ihr Fanzine "Panel" in Angoulême 1999 in einstimmiger Entscheidung der Jury mit dem Preis für das beste Fanzine geehrt wurde (Alph-Art Fanzine 1999).

"Heinz und Piefie: Nanu - Ragout aus Dosen!" von Rautie, Edition Panel, ISBN 3-935146-11-6, eMail: panel@web.de

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Holger Hofmann: "Die Kolkas"

Die Kolkas Die Hauptfiguren von Hofmanns Erzählung, die Kolkas, erinnern äußerlich an etwas zwischen einem dicken Daumen und "Cerebus", gedrungen gebaut, mit Schwertern bewehrt, mit humorigem Hintergrund. Holger Hofmann hat seine Phantasiewelt überhaupt mit vielen Schmunzel-Ideen bereichert, wie beispielsweise den Legövs (rückwärts zu lesen), Tahrzahn und dem Grauwack-König Satanus. Dieser typische, böse Gegenspieler samt bemitleidenswertem Ratgeber könnte seinem Autoren in Gedanken zwischen Lord Ickzorn (sp?) von der "Gummibärenbande" und Gargamel von den "Schlümpfen" entsprungen sein. Die Auseinandersetzung mit ihm bringt der Erzählung im Fortgang des immerhin 124-seitigen Bandes zunehmend erfrischendes Tempo, das durch den Hang zu längeren Textpassagen im Stile von Beiträgen zu einer Abiturzeitung hin und wieder ausgebremst wird. Hofmanns strichsichere zeichnerische Arbeit wird besonders im Wimmelbild von S. 23 und in den Animationssequenzen von S. 51f augenfällig. Es käme den "Kolkas" vermutlich zugute, wenn (wie auf S. 99) zum Strich auch Fläche hinzugefügt würde. Den angekündigten Fortgang der Erzählung und der Entwicklung der Arbeit des jungen Zeichners wird man neugierig erwarten.

"Es war überhaupt keine Untertasse, sondern eine Indertasse, denn die gesamte Mannschaft befand sich in der Tasse!" (S. 105, Ti Eitsch in seinem Bericht an Tahrzahn)

Im Comicwelt Verlag Udo Scherer erschien jetzt auch "Antigotchi - Die beste Wahl" von Gischbl, Polit- und Alltagsspäße, die man in Auszügen bisher nur aus dem Internet kannte.

"Die Kolkas: Zeit der Finsternis" von Holger Hofmann, Comicwelt Verlag, ISBN 3-9805021-4-7, eMail: comicwelt@t-online.de, WWW: www.kolkas.de, www.comicwelt-verlag.de

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Geier: "Der Ring des Meisters"

Menschenblut 35 Mit einer Pferdekutsche reisen Meister Erasmus und sein Bursche Max Dipperz durch die Lande, um den Leuten Kräuter, Tinkturen, Salben und ärztliche Hilfe anzubieten. Erasmus geht streng mit seinem Burschen um, als er aber dessen Begabung und Willen spürt, akzeptiert er ihn als Lehrjungen und führt ihn in seine durchaus profunden medizinischen Kenntnisse ein. Max tiefe Zufriedenheit mit dieser Situation wird jedoch von der Vergangenheit des Meisters bedroht.

Geier (d.i. Jürgen Speh) legt seinen zeichnerisch reifen und erzählerisch runden, 22-seitigen Comic im unregelmäßig erscheinenden Heft Menschenblut vor, dessen Name Programm ist, sei es, dass selbiges tatsächlich durch die schwarzweißen Panel spritzt (vgl. 'Dirty Deeds' von A. Lehmeyer) oder dass es beim Leser ordentlich in Schwung gebracht wird. Von den anderen durch die ICOM-Jury dieses Jahr ausgezeichneten Beiträgen unterscheidet sich dieser daher deutlich, was Hinweis auf die Vielfalt der "kleinen aber starken" (Moebius) deutschen Comic-Szene ist.

In Menschenblut Nr. 35, ein Heft "nur für Erwaxene", findet man des Weiteren einen Beitrag von Stefan Atzenhofer, der seit seinem Album "Eine schöne Frau" (Schwarzer Turm 1999) größere Aufmerksamkeit erfährt.

'Der Ring des Meisters' von Geier in Menschenblut Nr. 35, Eisenfresser Comix, eMail: maxdipperz@gmx.de, WWW: www.heimweh.de/menschenblut

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Ulf K.

Ulf K.: Tango de la Mort Ulf K. ist mit seinen Erzählungen seit 1997 über Ubu Imperator ('Monsieur M.', 'Hieronymus B.', 'Die Stadt der eleganten Leute'), Panel ('Der Mondgucker') und Tentakel immer bekannter geworden. Er (d.i. Ulf Keyenburg) berichtet vornehmlich über Zwischenmenschliches, von Innenwelten, wie kürzlich in "Tentakel" Nr. 2 über jemanden, der aus sich herauskommt ('Herr Duplexus') und dabei Schiffbruch erleidet. Im Panel Nr. 19 zeichnete er parallel zu Frank Schmolke, der eine sich heftig entwickelnde Liebesbeziehung darstellt, das Gegenstück eines Auseinandergehens ('Freitag, 13. August, 20.00 Uhr'), ohne Worte klar in Szene gesetzt. Auch in weiteren Ausgaben des Panel und der, ebenfalls ICOM-preisgekrönten, ersten Ausgabe von Tentakel meldete sich Ulf K. zu Wort ('Seemonster'). Neu erschienen vor kurzem bei der Edition 52 der Band "Tango de la Mort" und das Heft "Das Jahr, in dem wir Weltmeister wurden" (letzteres in Zusammenarbeit mit Andreas Dierßen). Im Sammelband "Tango de la Mort" werden die kleinen und sehr sehenswerten Geschichten von Ulf K. wiederveröffentlicht. Nun wartet man gespannt darauf, vom Preisgekrönten auch einmal eine deutlich längere Erzählung vorgelegt zu bekommen.

'Herr Duplexus' in Tentakel Nr. 2, 'Freitag, 13. August, 20.00 Uhr' in Panel Nr. 19, "Tango de la Mort" von Ulf K., Edition 52, ISBN 3-935229-00-3, eMail: ulf_k@t-online.de

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Zwerchfell Verlag

Uli Oesterle: Schläfenlappenphantasien Isabel Kreitz, Uli Oesterle, Haimo Kinzler, Eckart Breitschuh, Andreas Dierßen, Wittek, Geier, die Dinters, die Steins, die Heeschs und zahlreiche weitere namhafte Comic-Kreative werkeln für den Zwerchfell Verlag, was diesem das Image eines experimentierfreudigen und ideenreichen Verlags verschafft hat, der zu dem, was er macht, auch richtig Lust hat. Durch das "Mabuse"-Projekt ist man jetzt zwar mit Carlsen verbandelt, aber Christian Heesch betont, man wolle "independent genug" bleiben.

Bei der Verleihung des Erlanger Max-und-Moritz-Preises 2000 wurde als Beste deutschsprachige Comic-Publikation (Eigenproduktion) der Titel "Schläfenlappenphantasien" von Uli Oesterle nominiert, der 1999 bei Zwerchfell erschien. Wenn man versteht, dass eine Nominierung - angesichts der Stapel von Comics, die sich vor der Jury jeweils auftürmen - bereits eine aussagekräftige Auszeichnung ist, kann man Uli Oesterle und Zwerchfell zu diesen fünf Comic-Kurzgeschichten, die in dem genannten Album versammelt sind, nur gratulieren. 1998 gewann Haimo Kinzler mit "Wüttner" für Zwerchfell in derselben Sparte des Max-und-Moritz-Preises Gold. Und Isabel Kreitz steht ohnehin auch dank ihrer Zwerchfell-Titel ("Schlechte Laune!", "Ralf lebt", "Totenstill") immer mit einem Fuß bereits auf dem Erlanger Siegertreppchen. In Hamburg hat sie schon gewonnen, auf dem dortigen Salon wurde sie 1997 als beste deutsche Comic-Zeichnerin ausgezeichnet. Schon an diesen drei erfolgreichen Autoren zeigt sich auch die Bedeutung des Zwerchfell Verlags für die deutsche Comic-Szene.

"Schläfenlappenphantasien" von Uli Oesterle, ISBN 3-928387-26-X, "Schlechte Laune!" von Isabel Kreitz, ISBN 3-928387-29-4

Neben dem oben genannten comic-literarisch "seriösen" hat Zwerchfell immer auch ein humorvolles Gesicht, sonst müsste sich der Verlag ja auch umnennen. Mit dem neuen "Wanda Caramba"-Zyklus, den "Kombat Babes", "Grimm" oder den "Nachtjägern" und vielen anderen aktuellen Titeln wird man seinem Ruf als erbauliche Spaßheftschmiede gerecht, die oftmals auch Anstößiges nicht abstößt, wenn der Gag gut scheint.

Zwerchfell Verlag, eMail: zwerchfell@t-online.de, WWW: www.zwerchfell.com, www.wittek.de, www.on-line.de/~eckart.breitschuh/eckart.htm, www.steinzeit-adventures.de www.rost-und-dr-stein.de zurück

 

Rautie
Rautie

Holger Hofmann
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Geier

Ulf K.
Ulf K.

Christian Heesch
Christian Heesch

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