José Muñoz ("Alack Sinner") erhielt für sein Lebenswerk einen Sonderpreis. mehr...
Ausstellungstipps
- Fréon by night: exposition obscure,
30. Mai bis 30. Juni 2002,
Städtische Galerie Erlangen, Marktplatz 1,
Di-Fr 10-18 Uhr, Sa-So 10-17 Uhr
- Martin tom Dieck: Ich kann von hier den Hafen sehen,
30. Mai bis 30. Juni 2002,
Städtische Galerie Erlangen, Marktplatz 1,
Di-Fr 10-18 Uhr, Sa-So 10-17 Uhr
- Philippe Petit-Roulet: Schmock City,
media.ART.zentrum, Helmstraße 1,
30. Mai bis 16. Juni
- Daniel Bosshart: Geteilter Traum & Raum,
SiemensForum, Werner-von-Siemens-Str. 50,
27. Mai bis 7. Juni
- In der Matrix - Ein Storyboard als Comicstrip,
30. Mai bis 9. Juni,
CineStar, Nürnberger Straße 31
- Axel Voss: Stadtlandschaften
8. Mai bis 2. Juni 2002,
Antiquariat Eschenbacher, Goethestr. 37,
Mo-Fr 11-18 Uhr, Sa 10-16 Uhr
- Lisa Neun: Rote Katen gegen Dich und mich und mehr,
30. Mai - 30. Juni,
Café Schiffstraße,
Schiffstraße 12,
täglich 10-20 Uhr
- Der lustige Berber,
Heiner Lünstedt - Christoph Schöne,
29. Mai bis 31. August 2002,
Café Moravia, Theaterstraße 6,
Mo-Fr 9-1 Uhr, Sa/So 10-1 Uhr
- Roger Libesch,
Galerie Hartmut Beck, Schiffstraße 4
- François Schuiten und Brüsel,
30. Mai bis 2. Juni 2002,
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
- Abenteuer des Alltags: Baru,
30. Mai bis 2. Juni 2002,
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
- Fenster zum Abgrund: Alex Barbier,
30. Mai bis 2. Juni 2002,
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
- Hermanns Welten,
30. Mai bis 2. Juni 2002,
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
- Im Wahn der Megacities,
30. Mai bis 2. Juni 2002,
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
- Ungerufene Geister,
30. Mai bis 2. Juni 2002,
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
- Hellboy: Cooler Ermittler im paranormalen Stadt-Milieu,
30. Mai bis 2. Juni 2002,
Heinrich-Lades-Halle
- Frank Cho: Liberty Meadows,
30. Mai bis 2. Juni 2002,
Heinrich-Lades-Halle
- Martin Perscheid: Abgründe,
30. Mai bis 2. Juni 2002,
Heinrich-Lades-Halle
- Die Stuttgarter Comicer,
Stefan Dinter - Naomi Fearn - Martin Frei - Geier - Haggi - Peter Puck,
30. Mai bis 2. Juni 2002,
Heinrich-Lades-Halle
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Sonntag, 2. Juni 2002
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Siegerpodium
Es wäre sicherlich schöner, wenn alle Sieger zu dieser Veranstaltung kämen. Doch Martin Perscheid, jemand vom Schwarzen Klecks und andere Gewinner des Max-und-Moritz-Preises waren wohl nicht abkömmlich. Ersterer hatte beim rüden Rauswurf aus dem Bühnenraum durch einen Feuerwehrmann (auf der Bühne ist Rauchen nun einmal strikt untersagt) dort auf der Flucht sogar seine Ehrenmedaille zurückgelassen und tauchte seitdem nicht wieder auf. Frank Giroud ging während der von Harald Havas geleiteten Veranstaltung auf die Besonderheiten seiner Serie "Zehn Gebote" ein. In gemeinsamer Anstrengung der im Raume Anwesenden gelang es, seine Ausführungen ins Deutsche zu übersetzen, was er schmunzelnd verfolgte und wozu er anmerkte, dass man im Deutschen offenbar viel mehr Wörter für denselben Sachverhalt benötige als im Französischen. Auch Peter Puck ("Rudi") trug Humoriges zu diesem Treffen der Sieger bei, indem er auf seine übervollen Sprechblasen verwies und seine Liebe zum Detail, die ihn jeden freien Bereich seiner Panels auszufüllen auffordere. Die Verleihung des Max-und-Moritz-Preises am gestrigen Abend habe ihn mehr berührt, als er es sich je vorher vorgestellt hätte. Eine solche Auszeichnung auf offener Bühne sei eben doch etwas ganz Besonders.
Ausstellungen
Allein im großen Saal der Heinrich-Lades-Halle brachten die Veranstalter Ausstellungen zu Schuiten, Baru, Hermann, Dylan Dog, Alex Barbier, Darick Robertson und vielen anderen unter, wozu auch die in Mehrheit sehenswerten Ergebnisse des dem Salon vorangegangenen Erlanger Zeichnerseminars gehörten.
Eine Vielzahl weiterer Sichten auf die Comic-Kultur waren in anderen Räumen oder Gängen aufgebaut oder außerhalb der Halle zu finden (u.a. eine sehr interessante Ausstellung zur Reaktion des amerikanischen Comic auf den 11. September). Schwerpunkt der umfangreichen Anstrengungen, dem Comic-Salon auch kulturellen Tiefgang zu geben und so den Rummel und das Merkantile der Comic-Messe zu ergänzen, sind Städteschauen von François Schuiten. Auf mehreren, unterschiedlich großen Projektionsflächen gehen die Bilder aus den geheimnisvollen Städten ineinander über, unterstützt durch Klänge, die dem Ganzen eine ruhige Würde und das Gefühl von Weite verleihen. Jammerschade, dass diese Räume des Nachdenkens und des entspannenden Betrachtens schon morgen geschlossen werden. Hingegen bleiben Ausstellungen außerhalb der Heinrich-Lades-Halle noch einige Tage geöffnet, wie man der Spalte ganz links auf dieser Seite entnehmen mag.
Braun & Schneider
In einem Vortrag, der sich an ein Publikum richtete, das sich für den frühen Comic interessiert, gab Eckart Sackmann einen Überblick über die Publikationen des Verlags Braun & Schneider, der so bekannte Zeichner wie Wilhelm Busch und Lothar Meggendorfer für sich verpflichtet hatte. Originale Ausgaben der Fliegenden Blätter und der Münchner Bilderbogen sind mittlerweile begehrte Sammlerstücke. Für die Comicforschung lassen sie einerseits erkennen, dass verlegerische Unlust am Experimentieren nach einigen Jahren zur ständigen Wiederholung des Immergleichen führt. Für den Comic in Deutschland bedeutete das damals Stillstand. Andererseits wurde der Erfolg von "Max und Moritz" durch das Engagement Kaspar Brauns in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts überhaupt erst möglich. Der frühe deutsche Comic richtete sich vornehmlich an Erwachsene, konnte dann aber auch von Kindern gelesen werden - falls sie in der damaligen Zeit überhaupt schon des Lesens kundig waren. Auch in der Comicforschung habe man das soziale Umfeld (und den Stand der Drucktechnik) bei der Einschätzung der Gestalt und der Entwicklung des Comic im Auge zu behalten. Der prägende Einfluss jener frühen deutschsprachigen Comics bewirkte womöglich, dass sich der Sprechblasencomic bei uns erst recht spät durchsetzen konnte.
Mangamädchen
In Anwesenheit von Nao Yazawa ("Wedding Peach") gewann ein Trio den begehrten ersten Platz im Kostümwettbewerb Cosplay unter etwa einem Dutzend Mangamädchen. Damit vergab die Jury den Preis an die tatsächlich phantasie- und geschmackvollsten Kostüme. Das Interesse des jugendlichen Publikums an dieser Veranstaltung war groß. Schon während der im evenTraum vorhergehenden Podiumsdiskussion nahmen sie ihre Plätze ein und warteten geduldig auf deren Ende. Unter dem Beifall der Halle konnten die Gewinner als Preis eine Reise zur "AnimagiC" nach Koblenz vom 14. bis 16. Juni d. J. in Empfang nehmen. Die spannenden Fragen, ob all diese für den Manga begeisterten Jugendlichen irgendwann einmal auch Comic aus anderen Ländern lesen werden oder ob sie zum Manga für Erwachsene wechseln und ob die Mangawelle noch lange über unser Land schwappt, drängen sich angesichts dieser farbigen Veranstaltung auf.
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Schuiten und Peeters
In einer Pressekonferenz mit François Schuiten und Benoît Peeters ("Geheimnisvolle Städte") ließen diese erkennen, dass man für Angoulême 2003 im dortigen Theater eine ganz besondere Ausstellung plane, über die man aber noch nichts verraten wolle. Da Schuiten Anfang diesen Jahres den Großen Preis der Stadt für sein Comicschaffen bekam, steht ihm als Teil der Ehrung eine Ausstellung zu, so wie sie in den vergangenen Jahren auch Martin Veyron, Florence Cestac oder Robert Crumb erhielten. Die letzten beiden Jahre fand die ehrende Werkschau jedoch in den Räumen des Comiczentrums CNBDI statt, nachdem 2000 ein Überblick zu Leben und Arbeiten Robert Crumbs in der oberen Etage des Theaters aufgebaut wurde. Michael Walz von Ehapa gab als einer der Verleger der Werke der beiden hochkarätigen Autoren bekannt, dass man zwar die bisherigen zehn Titel der beiden weiterhin im Programm behalte, doch für den aktuellen und die zukünftigen Titel werden sich Schuiten und Peeters einen kleineren Verlag suchen müssen, der mit kleinen Auflagen besser zurecht komme.
Kindercomics
Man müsse den Kinder die Möglichkeit zur Wahl lassen, damit sich ein nicht zu einseitiges ästhtisches Empfinden ausbilde. Dieses forderte Prof. Dr. Dietrich Grünewald, Kunstwissenschaftler an der Uni Koblenz. Letztlich setze sich dann die Qualität durch, so wie die kindlichen Leser von "Micky Maus" seinerzeit nach den Geschichten von "dem guten Zeichner" gefragt hätten (gemeint war der damals noch ungenannte Carl Barks). Ole Könnecke (Bild, "Doktor Dodo schreibt ein Buch") betonte, dass er sich beim Erarbeiten eines Comics eigentlich nicht frage, ob dieser für Erwachsene oder Kinder sein solle. Klaus D. Schleiter führte aus, dass man mit "Mosaik" im Osten Deutschlands viele jugendliche Leser erreiche und das diese Zeitschrift wegen des großen Abonnentenstamms ein relativ geringes Remittendenvolumen habe. Auf die Frage Martin Frenzels, wie man es mit Blick auf die furchtbaren Geschehnisse in Erfurt (Erschießung zahlreicher Lehrer an einer Schule vor einigen Wochen) mit der Darstellung von Gewalt in "Mosaik" halte, beschrieb Schleiter die Gedanken, die man sich im Verlag darüber gemacht habe. Verzichtete "Mosaik" ursprünglich zur Gänze auf Gewaltdarstellungen, habe man sich vor einiger Zeit entschlossen, solche zuzulassen, wenn sie sich in einem "normalen" Rahmen (also selbstverständlich keineswegs verherrlichend) bewegen. Der Zeichner Gabriel Nemeth ("Liebesgeflüster", "Seitensprünge") berichtete von seiner Arbeit an "Willi Wurm & seine Freunde", eine Serie für Kinder mit großer Verbreitung durch medizini, dass er Gewalt dort nicht verschweigen könne, wo sie in der Natur tatsächlich passiere, etwa wenn ein Tier ein anderes fresse.
Resümee
Auf Grund der Verkaufszahlen der Eintrittskarten an den ersten drei Tagen des Salons schätzte Karl Manfred Fischer mit Hilfe seiner langen Erfahrung die Anzahl der Besucher des 10. Comic-Salons 2002 mit "gut zwanzigtausend" ab. Angesichts der an diesem Wochenende beginnenden Fußballweltmeisterschaft und dem parallel stattfindenden Comic-Festival in Sierre, Schweiz, ist diese Besucherzahl befriedigend. Am Donnerstag und Samstag war der Publikumsandrang am größten. Auch seitens der Verlage zeigte man sich im Schnitt zufrieden. Wer den 11. Comic-Salon 2004 organisieren und wie es weitergehen werde, wusste Fischer nicht zu beantworten. Doch nimmt er an, dass das internationale Renommée der Veranstaltung die Stadtoberen auch in Zukunft dazu bringen wird, den Salon weiter auszurichten. Man kann nur hoffen, dass die angespannte Finanzlage im Rathaus dann nicht dazu führt, dass man ausgerechnet am Ausstellungsprogramm oder der Max-und-Moritz-Gala spart, also denjenigen Beiträgen, die den Erlanger Comic-Salon aus der Menge der sonstigen Comic-Veranstaltungen herausheben. Sonst wird man sich auf Dauer womöglich gegen die Frankfurter und Leipziger Buchmessen nicht mehr durchsetzen können und Festival am Rande werden.
Angenagelt
Einige der Preisgekrönten hatten das Max-und-Moritz-Brot, welches von der Bäckerinnung Erlangens in Form der beiden Lausbuben gebacken wurde, noch am gleichen Abend an ihre hungrigen Mitmenschen verteilt. Moga Mobo jedoch nagelte es stolz an den Mogamobot, dass es allen Vorbeiziehenden künde, wo die nahrhaftesten Comics zu bekommen seien.
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comic.de multimedia
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Braun & Schneider
Verlage konnten bestimmen, in welche Richtung sich Comic-Kunst weiterentwickelt. Ein frühes Beispiel dafür ist der Verlag Braun & Schneider im vorletzten Jahrhundert. Klicken Sie bitte auf »Start«.
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Sonniger Abschied
Die Sonne schien auch am letzten Tag des Comic-Salons. Wir blicken auf den Eingang zur Heinrich-Lades-Halle und hoffen auf einen ebenso freundlichen 11. Comic-Salon 2004. Klicken Sie bitte auf »Start«.
Hinweise: Zum Start unserer kurzen Filme muss Ihr Browser AVI-Dateien abspielen können (QuickTime-PlugIn herunterladen). Sollte das Abspielen durch Ihren Browser nicht funktionieren, können Sie den AVI-Film auch vermittels einer ZIP-Datei herunterladen, ihn daraus extrahieren und offline abspielen. Klicken Sie dazu bitte auf das nebenstehende Foto.
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