"Stargate"-Fans werden die Figuren sofort erkannt haben, die in ihren zum Teil schweren, aber bei der Hitze zum Glück auch bauchfreien Kostümen den Besuchern des Salons über den Weg laufen.
Tipps für Freitag
- 11 Uhr, Rathaus, Kleiner Saal,
Comixene präsentiert: Jim Lee und Craig Thompson,
Künstlergespräch
- 12-20 Uhr, media.art.zentrum (Strip Bar),
p&p – les dames de la musique présentent loungy grooves et funky beats
- 13 Uhr, Rathaus, Kleiner Saal,
Richtig große Monster – Mike Mignola,
Vortrag mit Filmausschnitten
- 14 Uhr, Rathaus, Kleiner Saal,
75 Jahre „Ligne Claire“ – Von Hergé bis Joost Swarte,
Dia-Vortrag
- 14 Uhr, Rathaus, Konferenzraum 1,
Das neue deutsche Urheberrecht – Comicverlage und Comicübersetzer im Clinch?,
Podiumsdiskussion
- 14 Uhr, EvenTraum Publicis (Games World)
Games Day – Legend of the Five Rings, Demoplay
- 15 Uhr, Rathaus, Kleiner Saal,
Von Plastikmuskeln zu CGI – Die Geschichte der Superhelden-Verfilmungen,
Dia-Vortrag mit Videoausschnitten
- 15 Uhr, media.art.zentrum (Strip Bar),
Schneiders ComicTalk: The Sound of Comics,
mit Mawil und Andreas Michalke
- 16 Uhr, Rathaus, Kleiner Saal
Comixene präsentiert: Vicar (Disney-Zeichner, Donald Duck),
Künstlergespräch
- 16.30-17.30 Uhr, Hotel Mercure (Bayreuther Str. 53),
Hotel Mercure präsentiert in Zusammenarbeit mit Ultra Comix:
Signierstunde Jean-Claude Fournier, Sergio Toppi und Franz Vohwinkel
- 17 Uhr, Rathaus, Kleiner Saal,
70 Jahre Donald Duck und die Folgen,
Podiumsdiskussion
- 17 Uhr, Stadtmuseum,
Die Geschichte des Erzählens mit Bilderfolgen am Beispiel der Divina Commedia,
Vortrag
- 19 Uhr, media.art.zentrum (Strip Bar),
Scheibenweise Comics – Musik, Stories & Cover-Art,
mit Klaus Fiehe, DJ und Radio-Moderator
- 19.30 Uhr, Städtische Galerie Erlangen,
Special mit Joost Swarte,
Gespräch, DJ-Session und Signierstunde mit Sektempfang
- 19.30 Uhr, SiemensForum,
Die Elefantenrunde – Auf zum letzten Gefecht,
Podiumsdiskussion
- 19.30 Uhr, Begegnungszentrum / Jugendclub Beatship,
Lust auf Comics,
Ausstellungseröffnung und After-Vernis-Party
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Donnerstag, 10. Juni 2004
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Aufatmen
Was hat es in den vergangenenen Jahren nicht alles für Spekulationen gegeben um diese 11. Ausgabe des Internationalen Comic-Salons Erlangen! Nach dem Fortgang von Karl-Manfred Fischer von den Schalthebeln des Kulturamts, nach dem Bekanntwerden allzu großer Finanzlöcher im Erlanger Stadtsäckel, welche auch dem Poetenfest fast zum Verhängnis geworden wären, und nach Gerüchten um eine Übergabe des Festivals in die Hände eines privaten Veranstalters sah man den Untergang des Comic-Salons in seiner bisherigen, bedeutenden Form gekommen. Doch als heute der Salon eröffnet wurde, war eigentlich alles wie immer. Messe, Ausstellungen, Programm, Stimmung, alles ist vom gewohnten und beruhigenden Umfang. Die Besucherschlange vor dem Eingang zur Messe reichte sogar zurück über den Platz bis auf die Straße, was einen überdurchschnittlichen Zulauf verspricht. Die Salonesen können aufatmen.
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Werden Fanzines noch gebraucht?
Zwar scheinen sich manche Themen im Programm des Comic-Salons allzweijährlich zu wiederholen, aber wenn die Frage weiterhin unter den Nägeln brennt, dann sollte man sie auch oft genug stellen. Das hilft, sich daran zu erinnern, wo Zeichner wie Mawil (Foto), Isabel Kreitz, Ulf K., Uli Oesterle, Reinhard Kleist und viele andere deutsche Comiczeichner ihre Wurzeln haben. Daher erübrigt sich die Frage also durchaus nicht, beantwortet sich zum Glück aber wie von selbst. Zum Salon erschienen übrigens (wie so oft in der Fanzineszene wieder unter dem nötigen zeitlichen Druck und im letzten Moment) neue Ausgaben von "Panel", "Panik Elektro" und "Flicker Mouse". Den Fanzine-Fans bleibt es nun zum Sport, den neuen Fanzines nachzujagen, von denen man manchmal nicht weiß, wo man sie denn überhaupt bekommen kann. Fragen Sie am Stand von comic.de nach. Dort empfiehlt man Ihnen selbstredend auch "Teufel und Pistolen", für Jungs, acht Stück, jedes nur einen Taler. (Foto: Mawil)
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Comic Quartett
Diesmal nahmen die vier Kritiker des Comic Quartetts im engagierten Gespräch vier Comics ins Visier, die ganz unterschiedliche Lesergruppen ansprechen: "Die Katze des Rabbiners" von Joann Sfar (avant), "Catwoman: Kleine böse Stadt" von Brubaker, Rader und Stewart (Panini), "Fuyumi Soryo Short Stories" (EMA) und "Palästina" von Joe Sacco (Zweitausendeins). Entsprechend kontrovers ging es in der Diskussion dann auch zu, in welcher Lutz Göllner als neues Quartett-Mitglied viel Zündstoff einbrachte, der das Gespräch belebte und interessant machte. Seine Ansicht zu "Palästina", bei der er verdeutlichte, dass Joe Sacco in die Jammerfalle getappt sei, was einem Journalisten schlecht anstehe, und seine Vorliebe für "Catwoman: Kleine böse Stadt" erzeugten kräftig Gegenwind. Wenn man ein stilles Gewässer beleben will, muss man große Steine hineinwerfen. Das macht das große Quartett-Vorbild im Literaturbetrieb ja auch nicht anders. So kam diesmal folglich eine lebendige Veranstaltung im doch nicht allzu abgelegenen SiemensForum dabei heraus (Foto v.l.n.r.: Lutz Göllner, Andreas Platthaus, Eckart Sackmann, Frank Neubauer).
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ICOM Preis
Voll, eng und heiß war es im media.ART.zentrum als dort die ICOM Preise verliehen wurden. Harald Havas moderierte wie gewohnt locker, das Publikum feierte die Preisträger, die Geehrten freuten sich über die Stimmung, den Beifall und die Schecks des ICOM, die Burkhard Ihme als dessen Vorsitzender mit herzlichem Händedruck überreichte. Den Hauptpreis für das beste Fanzine/den besten Independent-Comic, der immerhin mit 1.000 € dotiert ist, teilten sich Uli Oesterle für "Hector Umbra 1" und die Leute um Michael Vogt für "INKplosion". Die weiteren, jeweils mit 250 € bedachten Preise, erhielten Mawil für "Wir können ja Freunde bleiben" (bester Funny), Reinhard Kleist für "Scherbenmund" (bester realistischer Comic), Markus Grolik für "On the run" (bestes Szenario) und die Leute um Bernd Glasstetter für das Comicforum (Sonderpreis der Jury). Drei Änderungen im Ablauf der Preisverleihung fielen an diesem Abend besonders angenehm auf: Die lobenden Erwähnungen wurden zuerst aufgerufen, es waren nicht so endlos viele wie sonst und drittens durften die Preisträger des Jahres 2003 die Preisträger des Jahres 2004 verkünden. Es wird die Jury dabei diebisch gefreut haben, dass auf diesem Wege Mawil sich selbst als neuen Preisträger ausrufen musste. Lobende Erwähnungen erhielten "Gier" von Isabel Kreitz, "Rohrpost" von Volker Sponholz, "Panik Elektro 1" von den Leuten um Wittek und dem Schwarzen Turm und "Miller & Pynchon" von Leopold (Foto: Stefanie Urbig, die "Schwarze Katze", ist Mitarbeiterin bei comicforum.de).
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Daniel Hulet, Claire Wendling
Von Daniel Hulet (Foto) kam kürzlich das dreibändige Werk "Immondys" komplett in Deutsch bei Ehapa heraus, groß, quadratisch, malerisch experimentierend und psychologisch abenteuerlich. "Ein Hineintauchen in sich selbst" wollte der Autor beschreiben, eine Art Initiationsritus, wie er im Publikumsgespräch vortrug. Das ungewöhnliche, quadratische Format hatte er seinem Verleger vorgeschlagen. Es biete den Vorteil, den Comic beim Lesen drehen (lassen) zu können. Insgesamt wirkten die Akteure auf dem Podium - außer Hulet selbst - nur teilvorbereitet oder unter Schlaftabletten, doch vermochten Fragen und Einwürfe aus dem Publikum der Veranstaltung Vortrieb und Inhalt geben. — Leider konnte Claire Wendling am heutigen Tag zum Gespräch nicht kommen. Durch ihren Comic "Amalu", der in der Reihe Schwermetall Spezial herauskam, wurde Claire Wendling bei uns bekannt und überzeugte durch ihre sehr schönen Zeichnungen und der phantasievollen Erzählfülle. In der großen Halle neben dem Rathaus, der Heinrich-Lades-Halle, sind Arbeiten von Daniel Hulet und Claire Wendling für die Dauer des Salons ausgestellt.
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20 Jahre Strapazin
Seit zwanzig Jahren strapaziert "Strapazin" nun schon den Leser des alltäglichen Comic mit neuen Ideen, neuen grafischen Stilen, neuen Erzählweisen. Das ist anstrengend, auf beiden Seiten. Endlich bekommt das Magazin des Verwunderlichen Gelegenheit in einem geeigneten Raum im Rathaus von Erlangen eine Übersicht zu geben. In der Architektur der Ausstellung gelangen schöne Sichten, auf kleine Dinge und auf das Große und Ganze. David Basler, Leiter des herausgebenden Verlags Edition Moderne wird zur Ausstellung anwesend sein, auch wenn in seinem Land, der Schweiz, parallel zum Comic-Salon Erlangen das Comicfestival in Sierre stattfindet. Jutta Harms, Pressesprecherin des Verlags, betonte, dass es für sie alle selbstverständlich sei, anlässlich dieser Ausstellung in Erlangen präsent zu sein und den Raum mit "Strapazin"-Leben zu füllen.
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Eidalon
Von Osaka nach Frankfurt verschlug es Prin & Umi Konbu, die bereits auf der Frankfurter Buchmesse dem Publikum gemeinsam zeigten, wie man Manga macht. Bei Eidalon veröffentlichten sie jetzt "Tomoe", ein erstes Ergebnis ihrer Arbeit für diesen Verlag in Deutsch. Es geht darin um die Geschichte einer weiblichen Samurai (gab es so etwas wirklich?) im Japan des 12. Jahrhunderts. Seit 15 Jahren zeichnen die beiden bereits Manga (u.a. bei EMA veröffentlicht), geben Zeichenkurse oder arbeiten für Modenmagazine. Joker (d.i. Jens Konnerth) zeigte mit dem ersten Band von "Katran", dass er Fantasy im Mangastil machen möchte. Der Comic war eigentlich als Online-Comic geplant. Der aus Köln stammende Zeichner arbeitet u.a. für eine Multimedia-Agentur. Alle drei neuen Eidalon-ZeichnerInnen signierten den ganzen Tag lang mit Ausdauer und offenbar sehr gut gelaunt ihre druckfrischen Comics. [mehr]
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Heißer Panino
Alexander Bubenheimer (Foto) sorgt bei Panini dafür, dass die Comics unter die Leute kommen. Umringt von Trauben von Comicfans, die bei Jim Lee, Gabrielle dell'Otto und Giuseppe Camuncoli nach einer Zeichnung fragen, könnte er glücklich sein, wenn nur die große Hitze in der Halle nicht wäre. Also funktioniert er einen der feinen, doppelgefalteten Panini-Kataloge kurzerhand in einen Luftwedel um. Hoffentlich befreit ihn und uns bald ein kühlender Regen von der Schwüle des heutigen Tages. [Nachtrag: Ach, hätten wir diesen Wunsch doch niemals öffentlich geäußert! Petrus scheint comic.de zu lesen und tat am Abend des Guten dann etwas zu viel. :-)]
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