comic.de präsentiert
Natalie Wormsbecher

Natalie Wormsbecher (links, "Dämonenjunge Lain") spitzt den Stift: Am heutigen Familientag werden viele ihrer Fans erwartet, die auf eine Signatur warten.

Comics bis unter die Decke

Bis unter die Decke gestapelt: Ein Händler weicht in die Höhe aus, um seine Ware zu präsentieren.

Lydia Schöneberger

Für den Verlag "Die Biblyothek" aktiv: Lydia B. Schöneberger aus Wien leitet ihren Verlag von Leipzig aus.

Weißer Schlumpf

50. Schlumpfgeburtstag: Überall in Erlangen warteten Schlümpfe darauf, wahr- und mitgenommen zu werden. An einem Infostand auf dem Schlossplatz konnte man sie anmalen.

Karaoke

Karaoke im Manga-Saal: Bis zum Schluss lief noch Programm. Hier wurde bis zum Sonntagabend noch nach Anzeige gemeinsam gesungen.

Pfeifender Chinese

China im Bild: Auch in einer der China-Ausstellungen pfiff ein Herr ein fröhlich Lied. Das Thema China ist im eurpäischen Comic recht präsent (man denke nur an 'Der blaue Lotos').

Sonntag, den 25. Mai


Wozu noch Verlage?

Kai Pfeiffer Um der Frage nachzugehen, ob angesichts der Möglichkeiten des Internets die Verlage überflüssig werden, wurden zunächst die aktuellen Online-Comics der Podiumsteilnehmer vorgestellt. Auf Splashcomics findet man derzeit 18 aktive Strips, die von den Zeichnern selbst online gestellt werden. Die Biblyothek hat den Comic "Der Tod und das Mädchen" aus dem inzwischen eingestellten ORF Onlinecomic Angebot übernommen und führt die Serie mehrsprachig fort. Die Serie läuft auch gedruckt erfolgreich. Comicgate nutzt Webcomics als Ergänzung zum Magazinangebot. "Oh nein! Ich bin ein Mädchen!" stammt aus dem Comicforum und führt Leser auf die Seite, die sonst nicht dort vorbeischauen würden. Thomas Gronle nutzt Flash um interaktive und multimediale Elemente in den Comic einzubauen, was im Print nicht möglich wäre. Bei Electrocomics gibt es künstlerisch niveauvolle Comics als PDF zum Download, die man sich auf dem eigenen Computer im Vollbildmodus ansehen kann. Stefan Dinter sieht ein Problem darin, mit Onlinecomics Geld zu verdienen und wird sich auch deshalb nicht so bald vom Print verabschieden, zumal er auch auf das gedruckte Format Wert legt, da er nicht mit dem Computer aufgewachsen sei. Die Zwerchfell-Zeichner schätzen das Internet allerdings durchaus als Marketing-Tool. Carlsen nutzt das Internet bisher hauptsächlich für Leseproben und Zusatzmaterial. Kai-Steffen Schwarz möchte erst die Entwicklung bei den Copyrightfragen abwarten, bevor er sich trauen würde, Comics im Internet zu verkaufen. Der ICOM nutzt das Internet für ein Zeichnerarchiv, in dem sich Zeichner vorstellen und gezielt gesucht werden können. Außerdem ist ein gemeinsamer Blog des ICOM geplant, in dem alle Mitglieder Beiträge veröffentlichen können, so dass eine hohe Veröffentlichungsfrequenz gegeben ist, die Leser täglich bei der Stange hält. Burkhard Ihme sieht die Entwicklung hin zu Onlinecomics als unvermeidlich an, weiß aber noch nicht, ob die Leute bereit sein werden, dafür zu bezahlen. Henning Kockerbeck wies darauf hin, dass auch im Internet Verlage durchaus noch als Dienstleister eine Rolle spielen.
(Foto: Kai Pfeiffer)

Daisuki-Einblicke

Daisuki Anne Berling Jutta Harms Die Daisuki ist inzwischen eines der ältesten Mangamagazine außerhalb Japans. Das Vorbild Hana to Yume, aus dem auch alle Daisuki-Serien stammen, erscheint alle zwei Wochen und hat einen deutlich höheren Seitenumfang. Redaktionsseiten wie in der Daisuki gibt es darin allerdings nicht. Auf den Daisuki-Redaktionsseiten finden sich aktuelle Informationen über Japan und japanischen Lifestyle, unter anderem auch Tipps, wo man in Deutschland an japanische Accessoires kommt, sowie Berichte eines Japankorrespondenten. Die Serien von deutschen Zeichnern, für die im Monat ein Kapitelplatz frei ist, werden über den Manga Talente-Wettbewerb und besonders über die Carlsen-Chibis gefunden, da sich mit diesen die Zusammenarbeit, besonders im Bezug auf Einhaltung von Deadlines, testen lässt. Die Redaktion der Daisuki besteht aus nur drei Personen, außerdem gibt es noch einen Grafiker. Das rasante Veröffentlichungstempo in Japan ist nur mit der Hilfe von Zeichenassistenten möglich. Ein Einsatz solcher Assistenten wurde auch von der Daisuki-Redaktion mit Judith Park versucht, bisher allerdings mit geringem Erfolg, doch Anne Berling sieht hier auch in Deutschland noch Potenzial. Eine Zusammenarbeit von Zeichnern mit Textern werde ebenfalls in naher Zukunft versucht. 72% der Daisuki-Leser lesen das Magazin seit der Erstausgabe. Mit dem aktuellen Relaunch wurde versucht, neuen Lesern den Einstieg über zweiseitige Storyzusammenfassungen zu erleichtern. Mit Erfolg, wie sich an den aktuellen Verkaufszahlen zeige.
(Foto v.l.n.r.: Anne Berling, Jutta Harms)

Zensur in China

Lydia Haustein Da es mittlerweile schon soweit gekommen sei, dass ein chinesischer Künstler eine Zensur seiner Werke durch die chinesischen Behörden als Garantie für seinen Erfolg auf dem westlichen Kunstmarkt betrachten kann, reagiere der Staat nun subtiler. Ein Patentrezept, wie man welche Arbeiten in China (absichtlich) verboten bekommt, gäbe es daher nicht mehr, berichteten Michael Lackner als Moderator des Podiumgesprächs und Lehrstuhlinhaber für Sinologie an der Universität Erlangen, Lydia Haustein von der Kunsthochschule Berlin Weißensee als Expertin für den chinesischen Kunstmarkt und Andreas Seifert als Sinologe und Fachmann für den chinesischen Comic. Da sich die alten Hierarchien aufgelöst haben und keine einheitliche Ausrichtung mehr erfolge, wisse man nicht mehr, wem man "ans Schienbein treten" müsse, um ausreichend anzuecken. Die hochkarätig besetzte Gesprächsrunde beklagte, dass Kunst in China nur noch als Kunstmarkt stattfände ("Wo geht die Kunst die Menschen noch etwas an?"). Im Kunstbezirk Dashanzi in Peking werde eigens für den westlichen Markt Kunst produziert. Ai Weiwei (als "Hauschinese der F.A.Z." tituliert) sei in diesem Sinne niemand, der für chinesische Kunst stehe. Ein größeres, an der eigenen chinesischen Kunst interessiertes Publikum müsse sich erst noch aufbauen. Die populäre chinesische Kunst (also auch der Comic) sei daher spannender als die sogenannte hohe Kunst. Im Unterschied zum meist schwarzweißen Manga fällt die Farbigkeit des Manhua auf, was zur allgemein propagierten, positiven Lebenshaltung passe. Mit Schwarzweißkunst würde man in China Aufmerksamkeit erregen. Am Comic werde in China so viel verdient wie mit Möbeln, erwähnte Haustein. Die Kunstproduktion in China locke inzwischen sogar europäische Künstler an, wie zum Beispiel einen, der in China Schweine tätowiere.
(Foto: Prof. Lydia Haustein)

Nach dem Salon ist wieder Salon

Bodo Birk Bodo Birk konnte erfreut berichten, dass die Besucherzahlen in diesem Jahr 20% über denen von vor 2 Jahren lagen, und damit die 25.000 Besucher Marke wieder erreicht sei. Auch mit der Annahme des neuen Konzepts der mehreren Veranstaltungsorte zeigte er sich zufrieden. Das Medienecho sei außerdem sehr gut gewesen. Georg F. W. Tempel (Egmont) meinte, am Stand schon Besseres erlebt zu haben, gab aber zu, dies sei auch von den Ehrengästen abhängig. Ralf Keiser (Carlsen) freute sich über das gut gemischte Publikum und die von Carlsen gewonnenen Preise. Auch Steffen Volkmer (Panini) hat neue Besucher beobachtet, die mit der Szene bisher nicht vertraut waren. Dirk Rehm (Reprodukt) sieht eine Öffnung des jungen Mangapublikums hin zu anderen Stilen, was an seinem Stand für durchgängig hohe Besucherzahlen sorgte. Bodo Birk hob hervor, der aktuelle Salon habe von der guten Stimmung in der Szene profitiert, und zeigte sich beruhigt, dass man auf einen großen Stargast offensichtlich nicht angewiesen sei, wobei man sich aber auch in Zukunft um Stargäste bemühen werde. Es stellte sich heraus, dass alle drei großen Verlage ihr erneutes Kommen zum Salon geprüft hatten, nach dem positiven Verlauf dieses Jahr das aber für das nächste Mal nicht mehr in Frage stehe. Gelobt wurde die Panini Sammelalbum-Aktion, die die Leute dazu anregte, jeden Stand zu besuchen, und auch die neuen Veranstaltungsorte zur Kenntnis zu nehmen. Auch vom Schlümpfe-Geburtstag und von der guten Annahme des China-Schwerpunktes hat der Salon profitiert. Als mögliche Verbesserung für die Zukunft sieht Bodo Birk eine bessere Kommunikation mit den Verlagen, um mehr Veranstaltungen auf die jeweiligen Verlagsprogramme abstimmen zu können. Von Seiten der Politik habe der Salon derzeit nichts zu befürchten, im Gegenteil, das Budget wurde in den letzen Jahren sogar leicht erhöht. Die Einrichtung eines dauerhaften Comicmuseums mit angeschlossener Forschung hält Bodo Birk derzeit allerdings nicht für politisch durchsetzbar.
(Foto: Bodo Birk)

Sammelfieber

Sammelfieber: Wer sein Sticker-Album vollständig hat (164 Sticker von Comicverlagen, Ausstellungsorten, Händlern u.s.w.), erhält ein T-Shirt des Comic-Salons und einen Stempel mit Signatur.

Fahr Sindram

No-Child-Porn: Fahr Sindram ("Losing Neverland") engagiert sich weiterhin gegen Kinderpornografie. Zur Leipziger Buchmesse erschien der zweite Band ihrer aktuellen Serie.

Max und Moritz-Medaille

Medaille: Am Stand der Hochschule Luzern hat die gewonnene Max und Moritz-Medaille einen Platz zwischen den Zeichenutensilien gefunden.

Comicaze

Neue Comicaze-Ausgabe: Im neuesten Heft "Bullengeschichten" findet sich auch ein Beitrag von Simon Sieber.

Fandom

Immer dabei: Einige der Signaturen-Sammler trifft man mit ihren Zeichenbüchern europaweit auf den Comic-Festivals an.

Museumswinkel

Museumswinkel Erlangen: Auf drei ausgedehnten Etagen befanden sich mehrere Comic-Ausstellungen und vor dem Gebäude war ein stiller Platz zum Ausruhen eingerichtet.


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