12.00 Uhr
Der weite Weg zur Comic-Website
Vortrag von Bernd Glasstetter
Wie gestaltet man eine Comic-Website? Welche Risiken gilt es zu beachten, welche Probleme können auftauchen? Bernd Glasstetter (www.splashpages.de und www.comicforum.de), alter Hase im schnelllebigen Geschäft des Internets, zeigt anhand ausgewählter Seiten, wie es funktioniert. Außerdem werden die professionellsten Internet-Comic-Magazine vorgestellt und am Beispiel von www.splashpages.de demonstriert, wie der Comic-Alltag im Netz aussieht.
Rathaus, Großer Ratssaal, 1. Stock
13.00 Uhr
Geschichten für Chinas Massen - Die Entwicklung der Bildgeschichte in China
Vortrag von Andreas Seifert (Sinologe, Universität Tübingen)
Der Vortrag gibt einen Überblick über die Entwicklung der Bildgeschichte in China, von archaischen Darstellungen bis zu modernen Comics. Dabei wird ein historischer Bogen geschlagen, der ausgehend von den traditionellen Formen der textbegleitenden Illustration zu den eigenständigen Bildgeschichten im 20. Jahrhundert hinleitet. Deutlich wird dabei, dass die Lianhuanhua, die chinesische Form der Comics, in ihrer Entstehung in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts bereits auf ein vielfältiges Repertoire grafischer Ausdruckmöglichkeiten aus den vorangegangenen Jahrhunderten zurückgreifen konnten. Deutlich wird aber auch, dass die im Comic behandelten Geschichten vielfach ebenfalls aus der "klassischen" Tradition kamen und sich "neue", "moderne" und "gegenwärtige" Themen ihren Platz erkämpfen mussten.
Rathaus, Großer Ratssaal, 1. Stock
14.00 Uhr
Lost Girls
Melinda Gebbie im Gespräch mit Andreas C. Knigge
Rathaus, Großer Ratssaal, 1. Stock
15.00 Uhr
Comic und Literatur
Gesprächsrunde mit Isabel Kreitz, Herbert Heinzelmann (Medienwissenschaftler), Thomas von Steinaecker (Schriftsteller), Clemens Heydenreich (Literaturwissenschaftler) und Gunnar Och (Literaturwissenschaftler, angefragt); Moderation: Christian Gasser
Graphic Novel - das Wort vom Comic-Roman grassiert seit Eisners "Vertrag mit Gott" und Pratts "Südseeballade". Dennoch scheint sich jetzt erst - auf dem Mode-Gipfel des Begriffs - eine tatsächlich qualitative Annäherung von literarischen und grafischen Verfahrensweisen zu vollziehen. Es entstehen - oft auf der Basis der Autobiografie - erzählerisch anspruchsvolle Comic-Bücher. Reflexivität, Emotionalität, Komplexität gehören zu ihren Konstituenten. Es sind nicht mehr "Geschichten für Erwachsene" auf dem Niveau von Unterhaltungsliteratur. Vielmehr scheint sich die Differenzierung von U und E in der Comic-Gattung wieder zu legitimieren. Erzählungen wie "Die heilige Krankheit", "Komm zurück, Mutter", "Fun Home" oder "Quintett" weisen Strukturen von Literatur als Kunst auf, und offene lösen geschlossene Narrations-Formen ab. Allerdings gilt es, diese Entwicklungen zunächst zu beschreiben, zu definieren und zu analysieren (z. B. die Fragen ob sich durch Bilder literarische Metaphern erübrigen oder ob Narrations-Inhalte in Grafik-Formen umschlagen). In diese Richtung wird sich die Diskussion über Comics als Literatur vorantasten
Rathaus, Großer Ratssaal, 1. Stock
15.00 Uhr
Comics vs. Manga
Live-Zeichnen mit Mawil und Carolin Walch (The Royal Walchs)
Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle, Kleiner Saal
16.00 Uhr
Der Herr der Abenteuer
Hansrudi Wäscher im Gespräch mit Herbert Heinzelmann
Rathaus, Großer Ratssaal, 1. Stock
16.00 Uhr
Boys Love-Manga
Gesprächsrunde mit Jaqueline Berndt, Matthias Wieland und Eiki Eiki (angefragt)
Der Erfolg von Shonen Ai, auch Boys Love-Manga genannt, ist eigentlich durch ein Paradox gekennzeichnet. Die stark emotionalisierten Liebesgeschichten zweier Jungs haben weder eine stark ausgeprägte homosexuelle Leserschaft, noch steht ein schwuler Autor dahinter. Die meisten Shonen Ai-Leser sind weiblich, ebenso wie die Mangaka. Doch wie kommt es zu dieser Diskrepanz zwischen Inhalt und Rezipient? Erzählen die Geschichten überhaupt etwas über die Erfahrungen und den Alltag schwuler Teenager und Männer oder reflektieren sie vielmehr die Sehnsucht der Leserinnen nach einem idealisierten Seelenverwandten? Grund genug diesem Phänomen auf den Grund zu gehen.
Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle, Kleiner Saal
17.00 Uhr
Nichts ist schwieriger als Pferde zu zeichnen
Achdé im Gespräch
Auch nach dem Tod von Morris geht es weiter mit "Lucky Luke": Achdé heißt der auserwählte Zeichner, der inzwischen in die Fußstapfen des großen Meisters getreten ist und Lucky Luke in Zukunft hoffentlich noch viele Abenteuer erleben lässt. Für Achdé erfüllte sich damit ein Kindheitstraum, denn schon mit neun Jahren kaufte er sich das erste Comic-Album des Semifunny-Klassikers: "Lucky Luke contre Phil Defer".
Rathaus, Großer Ratssaal, 1. Stock
17.00 Uhr
Empfang und Führung durch die Ausstellung Schwarz und Weiß - Ho Che Andersons Biografie über Martin Luther King
mit Ho Che Anderson
Museumswinkel Erlangen, 2. Obergeschoss
17.00 bis 19.00 Uhr
Karaoke
Kongresszentrum Heinrich-Lades-Halle, Kleiner Saal
18.00 Uhr
Der Nouvelle Bande Dessinée
Der unabhängige Comic in Frankreich und die Folgen
Impulsreferat von Klaus Schikowsky
Anschließend Gespräch mit David B. (angefragt), Julien Delaye (Comic-Experte), Guy Delisle, Christian Gasser (Journalist) und Dirk Rehm (Reprodukt); Moderation: Klaus Schikowski
Heutzutage kommen die innovativsten Comic-Künstler aus Frankreich beinahe alle aus dem Umfeld der L'Association - einer Künstlergruppe, die in den 1990er-Jahren den Independent-Comic in Frankreich bestimmte. Doch Künstler wie David B., Lewis Trondheim oder Joann Sfar arbeiten inzwischen bei großen Verlagen und bilden so etwas wie einen neuen Mainstream - den Nouvelle Bande Dessinée. Die wichtigsten Vertreter sollen kurz vorgestellt werden und in einer Gesprächsrunde soll näher auf den zeitgenössischen Comic aus Frankreich eingegangen werden.
Rathaus, Großer Ratssaal, 1. Stock
18.00 Uhr
Wilhelm Buschs Erben - Drei Generationen im Gespräch
Gesprächsrunde mit Hansrudi Wäscher, Ralf König, Asu von DuO; Moderation: Martin Jurgeit
100 Jahre nach Wilhelm Buschs Tod tauschen sich drei professionelle Comic-Zeichner darüber aus, unter welchen Bedingungen sie in den letzten 50 Jahren in Deutschland Comics veröffentlichten und wie sie internationale Einflüsse prägten - nämlich die italienischen Fumetti im Fall von Hansrudi Wäscher, der US-Underground und die frankobelgischen B. D. bei Ralf König sowie aktuell die japanischen Mangas bei Asu.
Stadtmuseum Erlangen
18.00 Uhr
Zwischen Mutationen und Metamorphosen
Hendrik Dorgathen im Gespräch mit Herbert Heinzelmann
Städtische Galerie Erlangen im Museumswinkel
21.00 Uhr
Max und Moritz-Gala
Am Freitag, 23. Mai 2008, ist es endlich soweit! Die Comic-Welt wartet seit Wochen auf Antworten zu den Fragen: Wer ist der beste deutschsprachige Comic-Künstler? Welches sind die besten Comic-Publikationen? Wer ist der beste Szenarist? Wer hat das Rennen in welcher Kategorie gemacht? Zum dreizehnten Mal wird der Max und Moritz-Preis - gestiftet von Bulls Press, Frankfurt a. M. - von der Stadt Erlangen verliehen. Die von Riccardo Rinaldi vor über zwanzig Jahren entworfene Medaille, die Urkunden und die Max und Moritz-Brote werden den Preisträgern feierlich übergeben.
Durch den Abend führt Denis Scheck (Kritiker, Deutschlandfunk, ăDruckfrisch" ARD), die siebenköpfige Show-Band "The Wright Thing" rockt das Haus. Die Preisverleihung mit anschließendem Fest in den Theater-Foyers gilt als Höhepunkt des Internationalen Comic-Salons Erlangen.
Markgrafentheater