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Norbert Hethke - ein Nachruf
Von Eckart Sackmann

Er war einer der emsigsten deutschen Comicverleger, und sein Einfluss geht weit über das hinaus, worauf man ihn gern festlegte: seine Nachdrucke alter Comics, insbesondere derer von Hansrudi Wäscher. Am 13. April dieses Jahres starb Norbert Hethke im Alter von nur 63 Jahren.

Er hatte sein Hobby zum Beruf gemacht. Auf eine Zimmermannslehre folgte ein Studium der Betriebswirtschaft in Heidelberg. Zu dieser Zeit, den 70er Jahren, hatte Norbert Hethke schon mit dem Sammeln alter Comics begonnen, einer der ersten, der dieser Faszination erlag. An das Sammeln schloss sich das Handeln an, mit großem Erfolg, so dass Hethke nach Abschluss des Studiums sich als Selbständiger einrichtete.

Er hatte immer eine Nase dafür gehabt, was "sein Markt" hergab. "Erleben sie die Abenteuer der Jugend noch einmal!" versprach er der begeisterten Schar der Sammler und Nostalgiker. Mit Nachdrucken der großen Serien der 50er und frühen 60er Jahre hielt er seine Gemeinde bei der Stange. Untrennbar ist sein Name mit dem Hansrudi Wäschers verbunden, den er nicht nur wiederauflegte, sondern auch zu neuen Arbeiten ermutigte.

  

 

Mit der Herausgabe des Magazins Die Sprechblase hatte Norbert Hethke sich und seinen Aktivitäten ein Sprachrohr geschaffen. Das Heft erlebte bis heute über 200 Ausgaben, mehr als jedes andere deutsche Fachmagazin. Weitere Standbeine in der Kommunikation mit seinen Lesern war der zusammen mit Peter Skodzik herausgegebene Comic-Preiskatalog, die sogenannte "Sammlerbibel", und mit der Übernahme der größten deutschen Comicbörse in Köln bewies Hethke Anfang der 90er erneut Gespür für die Möglichkeiten der Szene.

  

Norbert Hethke hatte eine "goldene Nase". Er machte gern Geschäfte, und er war ein verlässlicher Partner. Nicht alles gelang; es gab auch Rückschläge, aber die steckte er weg. Stets schien er auf der Suche nach neuen Betätigungsfeldern zu sein. "Mr. Hectic" nannte ihn einmal der amerikanische Zeichner Burne Hogarth, der zwar nicht den Namen richtig verstanden hatte, aber doch den Menschen.

Die Krankheit, die seit einigen Jahren an Norbert Hethke fraß, verstand er gut zu überspielen. So waren denn auch die von seinem Tod überrascht, die ihn gut gekannt zu haben glaubten. Sein Sohn Volker (Foto links) verspricht, das Werk seines Vaters fortzuführen - ein Werk, das die deutschsprachige Comicszene stärker beeinflusst hat, als wir im Augenblick vielleicht sehen.

 

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