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Leseecke mit Comic-Kiste zum Stöbern
Spirou wird ab 1938 populär, allerdings nur mit einwandfreiem Haarschnitt
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Sternstunden des belgischen Comic
Ein Französisch sprechender Belgier liest im Schnitt zwei- bis dreimal so viele Comicbände wie ein Franzose. Belgien ist, was Comics angeht, für seine bedeutende Comic-Produktion und für seine guten Druckereien bekannt. Nachdem seit 1938 die Zeitschrift Spirou erscheint, bilden sich im Wettstreit der Wochenzeitungen Spirou und Tintin zwei Schulen heraus, die Brüsseler Schule um Hergé mit seiner "ligne claire" und diejenige von Marcinelle um die Zeichner des Verlags Dupuis (u.a. Jijé, Paape, Franquin, Morris, Peyo). Die Brüsseler Schule gibt ihren Comics immer auch eine instruktive Zielsetzung, was sich in einer Vielzahl kommentierender Texte äußern kann, während man in Marcinelle einen lockereren und lebhafteren Stil pflegt. Von Franquin stammt der Satz: "Ich glaube, dass man für sich selbst als Kind arbeiten muss, dass man Dinge für das Kind zeichnet, das man einmal war und das man immer noch ein wenig geblieben ist."
Der starke Einfluss des Katholizismus auf Charles Dupuis und Raymond Leblanc (Le Lombard) führen zu strengen moralischen Grenzen, die die Autoren ihrer Veröffentlichungen nicht überschreiten dürfen. Dupuis lehnt es in den 50er-Jahren auch ab, verheiratete Frauen einzustellen, weil deren Platz am heimischen Herd sei. Trotz der hauseigenen Vorzensur bei Dupuis und anderen Verlagen unterbindet die französische Zensurkommission (vgl. Gesetz vom 16. Juli 1949) die Veröffentlichung diverser Alben in Frankreich wegen übermäßiger Gewalt. Beanstandet wird zum Beispiel eine Szene, in der Billy the Kid als Baby am Lauf seines Colts nuckelt.
Ab Mitte der 60er-Jahre lockert sich der moralische Druck und erlaubt es, Heldinnen wie "Natascha" von Walthéry, "Yoko Tsuno" von Roger Leloup und "Isabella" von Will im belgischen Comic auftreten zu lassen.
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Ein Spirou-Heft unserer Tage mit der typischen Welle ("la vague") am linken Heftrand
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Tintin et Milou, deutsch: Tim und Struppi, sind im Jahre 1929 entstanden, und zwar in einer Jugendbeilage der Tageszeitung Le XXème siècle (Das 20. Jahrhundert). Als Urheber des belgischen Comics wird Hergé sofort berühmt und schnell nachgeahmt. Seine Geschichten erscheinen auch als Alben, erstmals in Schwarzweiß und dann, ab 1942, in Farbe.
Ab 1946 ist Tintin der Titel einer neuen Wochenzeitung. Sie hat als direkte Konkurrentin Spirou, die im Jahre 1938 entstanden ist. Der Wettbewerb zwischen diesen Zeitschriften bringt beide auf ein qualitativ sehr hohes Niveau.
Während der 50er- und 60er-Jahre beherrschen belgische Comics den französischsprachigen Markt und werden nach ganz Europa exportiert. Sie verkörpern eine handwerklich geschliffene Konzeption der "Neunten Kunst". Da sie von Katholizismus und Pfadfindermoral geprägt sind, finden hier nur wenige weibliche Figuren Platz, was Zeichner aber nicht daran hindert, eine gehörige Menge an Fantasie zu entfalten. Helden wie Blake et Mortimer oder Spirou überleben ihre Schöpfer und begeistern mehrere Generationen von Lesern.
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(Ausstellungstext, zitiert aus der Presseinformation des Roemer- und Pelizaeus-Museum vom 26.5.2000)
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Appetithappen
Um zum Besuch der Ausstellung Asterix, Barbarella & Co. im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim anzuregen, seien hier beispielhaft einige wenige Ausstellungsstücke wiedergegeben. Wegen der technisch begrenzten Möglichkeiten im Web, kann dies einen Blick auf die Originale sicherlich nicht ersetzen, aber einen ersten Eindruck verschaffen.
Jede dieser Abbildungen können Sie mit der Maus anklicken, um sie vergrößert angezeigt zu bekommen. Sie gelangen zu diesem Text zurück, indem Sie den "Zurück"-Knopf Ihres Browsers betätigen.
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Paul Cuvelier: "Corentin chez les Peaux-Rouges", Seite 56, 1950, Tusche und weiße Gouache auf Papier, 596 mm x 500 mm
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Paul Cuvelier mochte das Comicgenre eigentlich nicht sonderlich und betrachtete sich als verirrter Künstler.
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Bob de Moor: "Le lion de Flandres", Seite 18, 1949/50, Tusche auf Papier, 405 mm x 300 mm
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Seinerzeit nur im flämischen Tintin (Kuifje) veröffentlicht, weil die Flamen gegen die Franzosen siegen.
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Jacques Martin: "Alix - Le dernier Spartiate", Seite 8, 1966, Tusche auf Papier, 485 mm x 363 mm
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Jacques Martin vermischt spannende Geschichten mit historischer Gelehrsamkeit.
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Willy Vandersteen: "Bob et Bobette - Le fantôme espagnol", Seite 5, 1948, Tusche auf Papier, 493 mm x 348 mm
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Mehr als 250 Bände der vornehmlich in Flandern und den Niederlanden beliebten Serie gibt es.
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Maurice Tillieux: "Gil Jourdan - Le Chinois à deux roues", Seite 26, 1966, Tusche auf Papier, 510 mm x 410 mm
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Action wie im Kino bei Maurice Tillieux
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André Franquin: "Spirou et Fantasio - La gorille a bonne mine", Seite 8, 1956, Tusche auf Papier, 485 mm x 328 mm
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Außerordentlich lebhaft: das Marsupilami und der Zeichenstil Franquins
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Peyo (d.i. Pierre Culliford): "Les Schtroumpfs - Le schtroumpfeur de pluie", Seite 2, 1969, Tusche auf Papier, 434 mm x 336 mm
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Ob die Schönwetter- und Regenschlumpfmaschine wohl funktioniert?
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Jijé (d.i. Joseph Gillain): "Jerry Spring - Le maître de la Sierra", Seite 2, 1960, Tusche auf Papier, 521 mm x 403 mm
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Jijé gelang einer der schönsten europäischen Western.
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Copyright © 2000 Verlag Sackmann und Hörndl
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