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Frisch ausgepackt: Andreas Dierks und Röni Wurth weisen auf besondere Comics hin, die jetzt im Comicladen oder am Kiosk liegen.  [Folge 119]

5 Songs

5 Songs

Der Vater von Giuliano stellt seinem Sohn (Gitarre) und dessen Freunden einen Übungsraum zur Verfügung. "5 Songs" sollen es werden, mit denen sich Stefano (Gesang), Alex (Schlagzeug) und Alberto (Bass) mitteilen, sich über ihre Eltern, über ihre Ansichten und ihre Zukunfts-aussichten auslassen. Der erste Song "handelt von unserem Raum, davon, wie viel es uns bedeutet, einen Ort zu haben um Musik zu machen, einen Ort ganz für uns alleine." Doch auf dem Weg zur Demokassette bauen die vier Jungen Mist. Gipi trifft den Nerv der Zeit und stellt Figuren vor, die man zu kennen glaubt, die authentisch wirken. Für seinen Comic "Die Unschuldigen" erhielt er 2006 in Erlangen den Max-und-Moritz-Preis.


Hieronymus B. 1997-2007

Hieronymus B. hat sich mit hohen Aktenstapeln, unangenehmen Vorgesetzten, dunklen Wolken, fliegenden Büchern und sogar mit einem Zeitungsschlucker auseinanderzusetzen. Und dennoch scheint durch sein Träumen und seine Phantasie das Unangenehme an ihm einfach abzuperlen. Wir sollten es ihm nachmachen.

Hieronymus B. 1997-2007

Der Max und Moritz-Preisträger Ulf K. versammelt in diesem Hardcover-Band bildsprachlich starke Erzählungen über den liebens-werten Büroangestellten mit dem hohen, kleinen Hut, die in den Jahren 1997 bis 2007 entstanden.


Hempels Sofa

Raus aus dem Schrank, rauf aufs Sofa - das könnte das Motto von Königs neuestem Werk sein. Gewohnt gründlich, gütig und genüsslich zieht der Altmeister der grafischen Beziehungskomödie diesmal zur Abwechslung Hetero-Hemmungen und -verklemmungen durch den Kakao. Zur Anschauung dienen dabei Seelenklempnerin Silke Hempel und Landei Martin, beide chronisch untervögelt. Schwu-le gibt es nur in Nebenrollen; in der gewichtigsten: Silkes Sekretär Bert, ohne den die ganze Geschichte wohl nie ins Rollen gekommen und die Hauptpersonen nie miteinander im Bett gelandet wären.

Hempels Sofa

Freude machen an dem Band aber nicht nur die Verwicklungen des soliden Hauptplots, sondern vor allem die Liebe zum lebensechten Detail, kleine Nebenhandlungen und treffend beschriebene Alltagsbege-benheiten. Insgesamt gelingt hier sogar das schwierige Kunststück, den Leser 140 Seiten lang über "Sex oder nicht Sex" schmunzeln zu lassen, ohne dabei auf platte Schenkelklopfer zurückzugreifen. Zeichnerisch bleibt alles beim Alten: dicke Striche und dicke Nasen - König eben. (rö)

Gus 1

Gus, Gratt und Clem schlagen sich als tüchtige Bank- und Eisenbahnräuber durch. Dieses Leben könnte aufregend genug sein, doch die wahren Abenteuer hält die Liebe bereit. Da wäre zum Beispiel Nathalie, die den armen Gus Flynn wochenlang am ausgestreckten Arm verhungern lässt. "Du solltest lieber eine Postkutsche überfallen", rät daher Clem dem liebesleidenden Kameraden.

Gus 1

Bereits 1996 zeigte Christophe Blain mit "Der Hop-Frog Aufstand", dass er dem Westerncomic eine erfrischend neue Variante anzufügen weiß. Schon das erste Panel, welches den herangaloppierenden Gus in der armseligen Weite einer trostlosen Ödnis zeigt, mit einer sehr klein wirkenden Holzhütte als Ziel, schon dieses Bild ist für Blains Mischung aus kargem Strich, humorigem Spiel und echtem Gefühl kennzeichnend.


Das Erbe 1

Ist die Sure mit den zehn Geboten, die auf einen Kamel-knochen geschrieben wurde, ein spätes Werk des Propheten Mohammed? Während Merwan Khadder nach einem Beleg für diese These sucht, um "der religiös motivierten Gewalt ein Ende zu setzen" und persön-liche Zweifel zu zerstreuen, versucht eine Gruppe von Fundamentalisten alle Hinweise auf diese Sure zu zerstören, weil sie "eine wahrhaft teuflische Fälschung" sei, die die Feinde des Islam nutzen könnten, um Zwietracht zu säen.

Das Erbe 1

Für die Lektüre dieser raffiniert erdachten Geschichte sind Vorkenntnisse aus der Serie "Zehn Gebote" hilfreich, aber nicht notwendig, da Frank Giroud dem Leser ausreichend in die Hintergründe der Story Einblick zu geben weiß.


Liebe schaut weg

Liebe schaut weg

Sowohl die Schabkartontechnik macht diesen Comic besonders, als auch die kluge Erzählweise, in der sich der Rückblick von Line Hoven auf ihre Familie dem Leser erschließt. Weder langweilt einen ein Zuviel an familiären Details, noch fühlt man sich durch ein Zuwenig außen vor gelassen. Durch gut gewählte Andeutungen in Bild und Text gelingt es Hoven, den Leser an die aus Erinnerungs-stücken zusammengesetzte Geschichte zu fesseln. Mit dieser als Diplomarbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg eingereichten Erzählung schafft Hoven den Sprung in die immer größer werdende Zahl an beachtlichen Comic-Biographen im deutschsprachigen Raum.

Das Geheimnis des Würgers

Das Geheimnis des Würgers

"Was braucht es, um ein per-fektes Verbrechen zu begehen, vorzugsweise einen Mord durch Erwürgen...", fragt sich der Buchhändler Valentin Esbirol als er dem Schauspieler Malinguet, dem ersten Opfer, nachts durch die verlassenen Straßen von Paris folgt. Die Bedingungen scheinen vorzüglich, denn zusätzlich zum kalten, nebligen Wetter spielt auch der General-streik der Polizei dem Würger in die Hand. Was folgt, ist eine offenbar mit Vergnügen durch-konstruierte Kriminalgeschichte, die sich über das Krimi-Genre lustig zu machen scheint. So steht denn auch am Ende kein alleiniger Schluss, sondern es bleibt dem Leser überlassen, ob er mit den ersten Vorschlägen bereits zufrieden ist oder ob er das (scharfe!) Messer zückt und der Mordgeschichte durch Aufschlitzen weitere Ausgänge hinzufügt.


Ausgetrickst

Ray Beam, durch seine Musik und mit seiner Band "Tricks" reich geworden, durchlebt eine quälende Phase, in der er nichts Kreatives zustande bringt. Doch dann läuft ihm Lily über den Weg, die ihn zwar anfänglich zurückweist, für ihn jedoch zu einer Art Muse wird.

Ausgetrickst

In die immer spannender werdende Graphic Novel um Ray und Lily fügt Alex Robinson geschickt weitere Erzählstränge ein, in welchen Restaurant-Leute, ein Autogramm-Fälscher und ein abgedrehter "Ray Beam"-Fan so ihren Auftritt erhalten, dass sich gegen Ende alles mit einem überraschenden Knall zusammenfügt.


100% Marvel 30: Eternals

"Wohin, Ikaris?" - "Sie wecken den träumenden Celestial, Thena. Retten wir die Welt." Was wie eine Marvel-Version eines Abenteuers in der griechischen Götterwelt klingt, stammt aus der Feder von keinem geringeren als Neil Gaiman ("Sandman"), auch wenn man das streckenweise kaum glauben mag.

100% Marvel 30: Eternals

Die von den riesigen Celestials geschaffenen Eternals, unsterb-liche Wesen, kämpfen gegen die Deviants, ebenfalls Geschöpfe der Celestials, aber leider missraten. Herrschsüchtig und aggressiv sind sie ein Fluch für die Menschen auf der Erde.

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