Doktor Jekyll & Mister Hyde
Robert Louis Stevensons 1886 erschienene, packende Geschichte von der Wandlung Dr. Jekylls in seine animalische Abspaltung Mr. Hyde fand schon sehr früh im Film ansprechende Adaptionen. Für den Comic behandelten die Reihe "Illustrierte Klassiker", Disney ("Goofy"), Guido Crepax und andere den Stoff. Jetzt liegt eine erneute Bearbeitung des Themas als überaus sehenswertes Comicalbum vor. Lorenzo Mattotti zeigt in schönen Bilderfolgen, deren Figuren bei George Grosz entsprungen sein könnten, wie eine Umsetzung aus der Literatur in und dank Comic vertiefende Wirkung gewinnt. Dieter Jüdt ging jüngst mit "Viriconium" den gleichen beachtlichen Weg. Statt in Schwarzweiß, wie zuletzt bei seinem Band "Stigmata", arbeitete Mattotti nun wieder direkt in Farbe.
Futurama 3
"Das Sammeln von Newbies hat eine Leere in meinem Leben gefüllt, die unermesslicher Reichtum und der Besitz des Mars nicht zu füllen vermochten", bekennt eine überdrehte Sammlerin, gegen die Leela wütend in einer Art Sammelkampf antritt.
Nicht zum ersten Mal halten Comicautoren Sammelwütigen einen Spiegel vor, worüber hoffentlich auch die Betroffenen schmunzeln können, ohne sich beim Aufbau neuer Regalsysteme in der viel zu klein werdenden Wohnung stören zu lassen.
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Witchblade 8
Michael Zulli ist mit seiner Arbeit an "Sandman" noch in guter Erinnerung; seine dunklen und oft schroff und saftig konturierten Zeichnungen unterstützten die esoterischen Erzählungen um den Traumfürsten stimmig. In Folge gab Zulli "Witchblade" mit Stift und Tusche eine düstere Atmosphäre des Horrors.
Die Witchblade ist in dieser Ausgabe Teil von Detective Pezzini (oder umgekehrt). Sie dient zwar der Wahrheitsfindung, vergisst dabei jedoch nicht, sich "ihr Pfund Fleisch" zu holen, wie die Pezzini im Abspann trocken bemerkt. Bei der Polizei hat dieses Werkzeug der Lust auf Rache nichts verloren, was den eigentlichen Knackpunkt der Story ausmacht.
Werner 11
Auf den neuen "Werner"-Band wurde von der achterbahnschen Werbeabteilung über viele Wochen aufwändig hingewiesen.
Da denkt man nach einiger Zeit der jubelnden Ankündigungen, dass uns Brösel wohl bald ein Wunderwerk wernerianischen Humors ins Nest legen wird. Tatsächlich ist der gewohnte Lesespaß nicht in allen Teilen des Buches auffindbar. Der erste Abschnitt geriet platt, mit für die Figur des Werner unpassenden Erotikverkasperungen. Erst im Anschluss gewinnen Wort- und Bildwitz wieder gut an Fahrt.
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Usagi Yojimbo 9
Stan Sakai wurde 2002 neben Jeff Smith ("Bone") in der Angoulemer Ausstellung zum US-Comic als typischer Vertreter der Generation der Erzähler vorgestellt. Dass er einfallsreich erzählen kann, davon kann man sich in Deutsch dank des Verlags Schwarzer Turm wieder ein Bild machen, nachdem Carlsen die in Schwarzweiß gezeichnete Serie 1997 einstellte. Im Unterschied zu Jeff Smith oder gar Dave Sim bevorzugt Stan Sakai hier eher lose verbundene, heftlange Kurzgeschichten, von denen der vorliegende Band drei enthält.
Manga Power 1
Eine Reihe mit dem Titel "Manga Power" kam 1996 schon einmal aus dem Hause Egmont/Ehapa, damals hundert Seiten stark für umgerechnet 5 €. Zum gleichen Preis, aber mit knapp fünf Mal so vielen Seiten, nimmt man jetzt einen neuen Anlauf, ein buchdickes Manga-Magazin mit teils abgeschlossenen und teils fortzusetzenden Geschichten auf den Weg zu bringen.
Neben dem Manga bekannten Zuschnitts, fällt "Cyborg Kuro-Chan" angenehm auf, in welchem eine Katze ihre angebetete Hundedame retten will.
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