Zauberschule Abrakadabra 9
Wer klassischen frankobelgischen (Abenteuer-) Funny sucht, der geht zu Salleck. Außer mit "Boule und Bill" und den "Blauen Boys" sucht man dort auch mit "Zauberschule Abrakadabra" (ältere?) Kunden anzusprechen, die diese spaßigen, unterhaltsamen und kreuzbraven Comics noch immer gerne lesen. Alle anderen Verlage haben sich aus diesem Comic-Segment weitgehend zurückgezogen, wenn man von Ausnahmeerscheinungen wie "Asterix" oder "Lucky Luke" einmal absieht. Der Zeichner Pierre Tranchand und der Texter François Corteggiani wurden beide 1953 geboren und führen die Funny-Tradition ihres Landes hier in Form einseitiger Gags in gekonnter Weise fort. Tranchand zeichnete unter anderem "Bastos und Zakusky" und "Mandarine", zwei Serien (in Deutsch bei comicplus+), für die ebenfalls Corteggiani textete. Unter dem Pseudonym Pica machte sich Tranchand mit "Les Profs" über die Lehrer her.
Witchblade Neue Serie 29
Bei Autoren-Veteran David Wohl und dem jungen Zeichner Francis Manapul ist die Witchblade seit US-Nr. 54 in festen Händen - von ein paar Gastspielen anderer Künstler abgesehen.
Diese Kontinuität tut der Serie gut, nach dem vielen Hin und Her vor allem bei den Zeichnern. Manapuls Figuren sind anatomisch korrekt und verhältnismäßig züchtig gekleidet, sogar die Größe der Brüste bleibt realistisch. Dass die Zeichnungen gelegentlich schlampig und lustlos wirken, die Nasen immer zu spitz sind und die Gesichter zu glatt, kann, muss aber nicht, am Inking liegen.

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Punisher Born
Frank Castle ist der Punisher. Sein Rachefeldzug gegen Verbrecher begann, als seine Familie bei einem Mordanschlag ums Leben kam. Oder? Garth Ennis, der die Serie zur Zeit schreibt, greift weiter zurück. Klar: Nicht jeder, der Angehörige durch ein Verbrechen verliert, malt sich einen Schädel aufs Shirt und schult zum Kriminellenkiller um.
Die Wurzeln des "Bestrafers" sucht Ennis in Frank Castles Kriegserlebnissen in Vietnam. Das ist ein guter Ansatz. So geschickt Ennis aber bei der Charakterisierung der Nebenfiguren und bei der Schilderung des alltäglichen Kriegsgrauens vorgeht, so sehr enttäuscht er bei der Hauptfigur.

Kurt Cobain Godspeed
Ein Comic über das Leben und Sterben des Kurt Cobain - das klingt vielversprechend und furchtbar zugleich, auf jeden Fall interessant. Das Ergebnis ist - so lala. Die Autoren Legg und McCarthy gehen eher locker mit der Biographie Cobains um, so haben sie ihm beispielsweise einen imaginären Freund aus Kindertagen zur Seite gestellt. Viele Cobain-Fans können sich damit nicht anfreunden. Besonders die sehr positive Darstellung von Courtney Love wird oft bemängelt.
Die Texte - als Erzähler fungiert Kurt selbst - bewegen sich zwischen poetisch und lahm. Viel braver und mainstreamiger als es zur Thematik passen würde, sind die Zeichnungen von Flameboy.

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Vitamin
Ijime nennt man in Japan das Drangsalieren von Mitschülern. Es ist aktuelles Thema bei uns und offenbar auch in Japan. Nach dem, was man in den Nachrichten über die Vorgänge an einer niedersächsischen Schule hörte, scheint nicht aus der Luft gegriffen, was die Zeichnerin und Autorin Keiko Suenobu im Manga "Vitamin" erzählt, auch wenn die rabiaten Mitschüler der 15-jährigen Sawako Yarimizu so übel mitspielen, dass man es gerne als reine Fiktion abtun wollte. Im Manga wird als Ausweg das Zeichnen eines Manga zur Rettung, im tatsächlichen Leben wird ein Aufzeichnen dessen, was man erleben musste, in der einen oder anderen Form womöglich ebenfalls einen Weg aus der Falle aufzeigen.
Horrorschocker 1
So richtig geschockt braucht man bitte nicht sein, wenn man beispielsweise liest, wie Niniwes Fluch wieder zurück in unsere moderne Welt gelangt. Neinein, keine Angst, das ist wirklich alles rein hypothetisch. Wer sich einen der hammerharten "Horrorschocker" hineingibt, muss nicht befürchten, in die wahrlich horrende Welt eines Lovecraft oder Kafka entführt zu werden. Vielmehr landet man in einer merkwürdigen Zwischenwelt, wo man hin- und hergerissen nicht weiß, ob man lachen oder fürchten soll. Levin Kurio und seine treuen Kumpanen sind Pulpmeister, die mit ihren Lesern umzuspringen wissen und ihre "Horror"-Arbeit mit sumpfigem Humor versehen.
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