Der alltägliche Kampf 1
Der Autor Manu Larcenet ist in der Lage, den Leser in den "alltäglichen Kampf" der Hauptfigur dieses fesselnden Comics so hineinzu- ziehen, dass man aus Betroffenheit mit dem müden Marco für selbigen eine Sympathie entwickelt, über deren Gründe man rätseln sollte. Möchte man nicht auch einmal sein altes Leben hinter sich lassen, weil man keine Lust mehr hat? Weicht man nicht auch den Kompromissen eines Zusammenlebens gerne aus?
Barfuß durch Hiroshima 1
Mit einer Bildsprache, die einem Mangaleser überhaupt keine Probleme machen dürfte, schildert der erste von vier Bänden die Erlebnisse des Autors in Gestalt des Jungen Gen in den Kriegstagen vor dem Atombombenabwurf von Hiroshima. Dem eher ungeübten Leser japanischer Bilderschriften sei mitgegeben, dass die rabiaten erzieherischen Auftritte des Vaters oder ein Gewässer um die Augen der dargestellten Figuren Symbole sind, die nicht den Zweck haben, Wirklichkeit abzubilden.
Und wenn dem umfangreichen Buch auch anzumerken ist, dass es vor über zwanzig Jahren gezeichnet wurde, so zählt zuerst und immer aktuell sein Anliegen, den Irrsinn eines nationalistischen Regimes und die Ungeheuerlichkeit von Atombomben aufzuzeigen, deren heutige Arten 14 km um den Explosionsort todsicher sind.
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Berlinoir 2
Schon geht es weiter mit dieser in Berlinoir - man beachte das Spiel der Worte - angesiedelten Vampir-Erzählung, deren Fortsetzung Reinhard Kleist in vorbildlicher Weise innerhalb eines Jahres zu Papier brachte.
Ein schön gemachtes Album mit einer stimmigen, düsteren und grausigen Erzählung über die Zukunft einer Stadt, in welcher dem Insider einige humorige Anspielungen auffallen, hat das gleißende Licht unserer sterb- lichen Welt erblickt.
Ring Circus 2
Die Zirkustruppe befindet sich auf dem langen Weg nach Russ- land. Einige leiden an der Liebe, andere an ihrer unklaren Zukunft.
Lange Reisen lassen lange nachdenken und so kommt Anthonin darauf, seinem Zebra den Namen Theseus zu geben: "Sein Fell ließ mich an eine Art Labyrinth denken. Das Schwarz waren die Mauern, das Weiß der Weg. Bei dem Labyrinth dachte ich an den Faden der Ariadne." Ein einfallsreicher Erzähler und ein stilsicherer Zeichner, bei dem man das Gefühl hat, in ein wahrhaftiges und gleichwohl märchenhaftes Land zu blicken, nehmen uns auf ihrem zirkus- lebendigen Weg ein recht unter- haltsames Stück mit.
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Courtney Crumrin 1
Die eigenen Eltern hält sie für keine großen Leuchten. Sie meint, dass das Parfüm ihrer Mutter deren Hirn wegätzt. Aber dann ist da noch der geheimnisvolle Urgroßonkel, in dessen Haus die ganze Familie einzieht. Und der scheint etwas auf dem Kasten zu haben, das die kleine Courtney Crumrin magisch anzieht. Dem Kalifornier Ted Naifeh ist ein zauberhafter und fesselnder Comic gelungen, dessen deutsche Ausgabe jedoch gute Augen verlangt.
Hall of Fame 1: Don Rosa
Wenn man heute nach guten Entenzeichern sucht, die nicht aus Italien kommen, dann wird man schnell auf den Amerikaner Don Rosa stoßen. Er schuf für den Verlag Gladstone ab 1986 Geschichten um Onkel Dagobert, die nach dem do- naldistischen Dämmerschlaf zum Beginn der 80er-Jahre wieder Abenteuerfrische in die Entenszene brachte. Der vorliegende Sammelband druckt dazu zugkräftige Beispiele wie "The son of the sun" oder "Last sled to Dawson" ab. Es sei noch angemerkt, dass Gioachino Rosa, der Großvater von Don Rosa, aus Italien stammt.
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