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Frisch ausgepackt: Andreas Dierks und Röni Wurth weisen auf besondere Comics hin, die jetzt im Comicladen oder am Kiosk liegen.  [Folge 89]

Blueberry Superstition Mountains

Blueberry Superstition Mountains

Auch an "Blueberry" geht die Zeit nicht spurlos vorbei. Fast fühlt man sich bereits an alte Comicserien wie beispielsweise "Barbarella" erinnert, die zu ihrer Zeit gefeiert wurden, weil sie etwas Neuartiges, in Gehalt oder Form Packendes darstellten, den heutigen Leser aber müde abwinken lassen. Zum Glück hilft der im Juni angelaufene Film "Blueberry und der Fluch der Dämonen" dem Westernhelden, der keinen Gunman, keinen Indianer und keine Wüstenquerung scheut, wieder auf etwas frischere Beine. Den Wunsch, die Serie durch eine Prise Esoterik aufzupeppen, hatte Jean Giraud ja schon früher einmal, scheiterte aber an dem Einspruch des Sohnes des Szenaristen Jean-Michel Charlier. "Die Erfahrungen Mike Blueberrys kombiniert mit der Welt der Schamanen", das war Anliegen des Regisseurs Jan Kounen. Mit dem Inhalt der beiden Bände »Die verlassene Goldmine« und »Das Gespenst mit den goldenen Kugeln«, die in diesem "Comic zum Film" nachgedruckt wurden, hat das folglich mit Absicht nicht sonderlich viel zu tun.


El Cazador 1

Ein Schiff, das mit Mann und Maus untergeht. So beginnt das Piraten-Epos "El Cazador", eine CrossGen-Serie, die im irdisch-historischen Jahr 1687 spielt. Auf einem von Piraten gekaperten Schiff befördert sich die spanische Donessa Cinzia kurzerhand zum Kapitän und lässt Segel setzen für einen Rachefeld- zug und eine Rettungsmission.

El Cazador 1

Das Team Dixon-Epting-D'Armata, CrossGen-Freunden schon von "Crux" bekannt, verbindet dabei historische Genauigkeit mit visueller Opulenz, die jedem Hollywood-Kostümschinken das Wasser abgräbt. Da jedes deutsche Heft drei von sechs regulären US-Nummern enthält, ist "El Cazador" in Deutschland schon mit den Nummern 1 und 2 kom- plett. Ob es jemals eine Fortsetzung geben wird, steht in den Sternen: Schließlich segelt auch der amerikanische CrossGen-Verlag gerade in unsicheren Gewässern. (rö)

Blueberry Sonderband

Lt. Blueberry (d.i. Mike Steve Donovan) lebte vom 30. Oktober 1843 bis zum 5. Dezember 1933. So erzählt uns jedenfalls Jean-Michel Charlier in der Blueberry-Biografie am Ende des Bands »Ballade für einen Sarg«. Diese Lebensübersicht schuf nicht nur Gewissheit, dass Blueberry all seine Abenteuer bis ins hohe Alter lebend überstehen wird, sondern bot auch Gelegenheit für eine Art Ableger zur Serie, die über Blueberrys Jugend berichtet.

Blueberry Sonderband

Der Verlag JNK, der als Herausgeber der monatlich erscheinenden Fachzeitschrift Comixene bekannt ist, sorgte nun dafür, dass man die frühen Erzählungen zu Blueberrys Jugend, die ab 1968 in Frankreich in Taschenbuchform erschienen, in Deutsch, in Hardcover und werkgetreu in Schwarzweiß nachlesen kann. Abgerundet wird das Buch durch einen fachkundigen Aufsatz zum amerikanischen Bürgerkrieg.


Suck my duck!

Ralf König ist zwar nicht der einzige, der Schwulen-Comics zeichnet, aber nur er allein erreicht damit ein nennens- wertes Publikum jenseits der Szene. Zu Recht. Denn während der Horizont anderer nur bis zum nächsten Cockring reicht, zeigt König alles, was männlich, menschlich, all-zu-menschlich ist. Chat-Sucht, Identitätskrise, Winterdepression - diese und andere Themen bringen im Sammelband "Suck My Duck" homo wie hetero, männlich wie weiblich zum Schmunzeln.

Suck my duck!

Enthalten sind Comics und Cartoons, die König in den vergangenen zwei Jahren angefertigt hat, beispielsweise für "Männer Aktuell". Auch der Ernst des Lebens kommt hier nicht zu kurz: Fragen wie "Warum ist Poppen ohne Gummi doof?" oder "Wie kriegt man Spermaflecken aus Wildleder raus?" werden endlich kurz und präzise beantwortet. Und auch das geht uns ja irgendwie alle an. (rö)

XIII 16

XIII 16

Wenn Jean Van Hamme als Autor eines Comics genannt wird, verkaufe sich der Comic in Frankreich wie geschnitten Brot, sagte einmal ein fran- zösischer Comic-Experte. Bekannt wurde Jean Van Hamme dort unter anderem mit der überaus spannend erzählten Geschichte um einen Mann ohne Erinnerung an seine Vergangenheit, der sich selbige nach mehreren albenlangen und gefährlichen Abenteuern Schritt für Schritt erkämpft. Auf seinem Arm ist im Zuge seiner unglaublichen Erlebnisse von jemandem die Zahl XIII eintätowiert worden. Mit dem 13. Album, einer Art Kompendium oder Rückblick zur Serie, war wegen des Erfolgs von "XIII" aber nicht Schluss. Jetzt sitzen XIII, Major Jones & Co. in Costa Verde im Gefängnis und fürchten, an die USA ausgeliefert zu werden, obwohl die Präsidentin die Ex-Frau von XIII und ihm aus verschiedenen Gründen sehr zugetan ist.


Simpsons Comics 94

Den "täglichen Mindestbedarf an Ralph Wiggum" verspricht das nun schon 94. Heft der erfolgreichen, humorigen und gelben Comicserie um die Simpsons.

Simpsons Comics 94

Schon das Cover, auf dem man den fies-schnabeligen Boss des Atomkraftwerks in der Wanne mit ebensolcher Gummi-Ente erkennt, lässt auf bissige Situationen hoffen, die wohl nur das abgedrehte "Simpsons"-Team dem Leben abgucken und zu Papier bringen kann. Dass Homer Simpson auch einmal bei Geesthacht "gearbeitet" haben muss, verraten uns heute nur noch Messungen. Mr. Burns scheint es damals gelungen, den Vorfall zu vertuschen. Doch wenn das Fernsehen daneben steht, dann wird die eigene Villa unversehens zur Notunterkunft für ganz Springfield.

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